Bläuling in blau
Heute ist mir förmlich ein Exemplar des Bläulings, so heißen die blauen, europäischen Tagfalter, vor die Linse geflattert. Da es naheszu 100 Bläulingsarten gibt, von denen allerdings nur rund 50 % -zumeist Männchen - wirklich blau sind (vgl. RUCKSTUHL: 2002, S. 165), ist es mir nicht ohne Weiteres möglich, den folgenden Bläuling näher zu bestimmen. Bei der Betrachtung der vielen Fotos in verschiedenen Naturführern sehe ich inzwischen so gut wie keine Unterschiede zwischen den dargestellten Bläulingen, irgendwann sieht man vermutlich den Wald vor lauter Bäumen nicht. Interessant ist jedoch, dass die meisten Bläulingsraupen mit Ameisen in einer besonderen Beziehung stehen, die man mit Myrmekophilie bezeichnet (vgl. RUCKSTUHL: 2002, S. 169). Die Raupen besitzen auf ihrem Rücken eine sogenannte “Honigdrüse”, die die Ameisen ähnlich wie bei Läusen solange betrillern, bis diese Drüsen die begehrte Flüssigkeit aussondern. Dagegen ernähren sich die älteren Raupen von Ameisenlarven (vgl. RUCKSTUHL: 2002, S. 165).
In der Regel werden Bläulingseier vereinzelt in die entsprechenden Blütenköpfe abgelegt oder an einer Blattunterseite befestigt. Die Mehrheit der 22 im Naturführer von Ruckstuhl beschriebenen Bläulinge überwintert offenbar als Raupe im Boden oder am Ast bzw. Baumstamm (vgl. RUCKSTUHL: 2002, S. 165 - 175), nur der im Buch erwähnte Steinklee-Bläuling überwintert als Puppe (vgl. RUCKSTUHL: 2002, S. 174). Bläulingsweibchen sind oft weniger stark blaugefärbt, sie haben oft einen braun-blauen Farbton. Die verschiedenen Falter unterscheiden sich oft nur in Details, so haben einige Falter des Bläulings orangefarbene Flecken auf der Flügelunterseite, während andere weiße Fransen an den Flügelrändern besitzen. Manche wiederum haben schwarze Flecken oder ein weniger starkes Blau.
Was heute mehr als barbarisch klingt, dass es doch tatsächlich (sogar unter “Natur-” oder “Tierliebhabern”) weit verbreitet war, Schmetterlinge einzufangen und aufzuspießen und die getöteten Exemplare in einen verglasten Kasten hineinzulegen. Glücklicherweise fange ich die Schönheit der Falter höchstens mit meiner Kamera ein und lasse ihnen ihre Freiheit. Natürlich gilt es auch hier, vorsichtig vorzugehen, da die Schmetterlinge oft sehr schreckhaft sind. Schnelles Wegfliegen kann auch dazu führen, dass sich die Tiere unnötigerweise verletzen, denkt man dabei an ihre zerbrechlichen Flügel. Hat sich z. B. gerade ein Falter auf eine Blüte oder Blatt gesetzt, ist die Wahrscheinlichkeit, meiner Erfahrung nach, mehr als hoch, dass der Schmetterling schnell das Weite sucht, sobald man sich auf das Fotomotiv zubewegt. Findet man allerdings einen ruhenden Falter vor, ist es eher möglich, einige Bilder von ihm zu machen.
So, genug geschrieben. Hier sind nun die ersten Fotos von heute, weitere werden noch folgen, sobald ich die nächsten Insekten bestimmt haben werde:
Gruß,
Silvio Ströver
Benutzte Literatur:
Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Bestimmen, kennenlernen, schützen. 550 Naturfarbfotos vom Autor.
Bindlach: Gondrom Verlag, Lizenzausgabe, 2002, S. 165 - 175.
Nachtrag vom 02.01.2009:
Das frühere “Insektumweltpaednetblog” wird - wie vor einiger Zeit bereits angekündigt -nach einem längeren Testlauf nicht mehr weitergeführt. Die Blogbeiträge gehen daher ins neugegründete Naturpaedblog über. Folglich müssen Fotos neu hochgeladen und Links gegebenfalls repariert bzw. neu angepasst werden. -
Inzwischen habe ich bereits viele Blogeinträge im Paedblog-Archiv und im Jobcoachblog-Archiv überarbeitet, da auch hier durch eine Neustrukturierung der Bloginhalte oftmals angegebene Links nicht mehr aktuell waren. Zudem ermöglicht die neuere Wordpress-Weblogsoftware die Eingabe von Tags, mit deren Hilfe Blogbeiträge im Internet schneller wiedergefunden werden können. Des Weiteren ist der ein oder andere Blogbeitrag aus früheren - nicht mehr existierenden - Weblogs bzw. von älteren Webseiten entnommen worden dank der nicht-wirklich-funktionierenden Wordpress-Import-Funktion. Schließlich habe ich einige neue Blogkategorien gebildet, um Blogbeiträge thematisch besser zuzuordnen, damit diese schnell vom Blogleser in der Kategorie-Rubrik bzw. im Blogarchiv gefunden werden.
Ansonsten viel Spaß beim Stöbern im Naturpaedblog-Archiv!
Gruß,
Silvio Ströver, Dipl.-Pädagoge
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