Samstag, 23. Mai 2009

Diese gelb-braun gefärbte (daher weibliche!) Libelle trägt den wissenschaftlichen Namen “Plattbauch” (Libellula depressa). Schnell sieht der Laie, dass der breite Hinterleib dieser Libellenart die Namensgebung beeinflusste. Interessanterweise fand ich diese Libelle häufig am gleichen Ort wieder und konnte sie in aller Ruhe fotografieren. Im Kosmos-Tierführer (2005) des Wilfried Stichmann und Erich Kretzschmar fand ich den Hinweis, dass der Grund darin liegt, dass es sich bei diesem Tier um einen sogenannten “Ansitzjäger” handelt (vgl. STICHMANN, Wilfried; KRETZSCHMAR, Erich: 2005, S. 294, Nr. 2).
“Ansitzjäger” heißen auch “Lauerjäger“, solche Tiere zeichnen sich dadurch aus, dass sie zum Teil gut getarnt an einem Ort verharren und geduldig auf Beute warten. Derart überrascht haben die zufällig herannahenden Beutetiere oft kaum eine Chance (vgl. Wikipedia: 2009: http://de.wikipedia.org/wiki/Lauerj%C3%A4ger).

Diese Fotos entstanden am 18. und 23. Mai 2009 (Dortmund) am selben Ort, ich vermute, dass es sich hier um ein und dasselbe Exemplar handelt.

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge
Benutzte Literatur:
STICHMANN, Wilfried; KRETZSCHMAR, Erich: Der Kosmos Tierführer. Über 1300 Farbfotos. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlag, 3. Auflage 2005, Seite 294-295.
Tags:Ansitzräuber, Begriffe, Bestimmung, Beute, Biologie, Entomologie, Erich Kretzschmar, Frühling, fressen, Insekten, Insektenbilder, Jagd, Kosmos Tierführer, Lauerräuber, Libelle, Libellen, Libellula depressa, Makro, Natur, Naturfotografie, Opfer, Plattbauch, Räuber, Strövers Naturpaedblog, Wilfried Stichmann, Wissen
Veröffentlicht in 2009, Ansitzjäger, Begriffe, Benutzte Literatur, Biologie, Digitalkamera, Dokumentation, Dortmund, Entomologie, Erich Kretzschmar, Fauna, Foto, Fotografie, Frühling, Impressionen, Insekten, Insektenbilder, Insektenführer, Kosmos Naturführer, Kostenloser Download, Lebensraum, Libellula depressa, Literatur, Makro, Makrofotografie, Natur, Naturfotografie, Naturführer, Naturwissenschaft, Nordrhein-Westfalen, Plattbauch, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Sehenswert!, Strövers Insektenfotos, Strövers Naturpaedblog, Strövers Seiten, Wiese, Wilfried Stichmann, Wissen | 1 Kommentar »
Donnerstag, 21. Mai 2009
Dass der Zeitverlauf tatsächlich von dem Faktor Geschwindigkeit abhängt, erklärt ein Lehrer namens Walter Fendt auf seiner Webseite:
http://www.walter-fendt.de/zd
Dort erfahren Sie u. a. etwas über:
- Grundlagen der speziellen Relativitätstheorie
- Der Doppler-Effekt
- Ein Beispiel für die Zeitdilatation
- Zeitdilatation, genauer betrachtet
Quelle:
http://www.walter-fendt.de/zd
Zusätzlich empfehle ich - ergänzend dazu - einen weiteren Link zur naturwissenschaftlichen Bildung:
Auf der Webseite der TU-Hamburg finden Sie eine Hausarbeit über Albert Einstein vor:
http://www.tu-harburg.de/rzt/rzt/it/einstein/einstein.html
Silvio Ströver
P.s.:
Lies auch dazu:
http://natur.paedblog.de/2009/04/05/naturpaedagogik-ist-mehr-als-nur-biologie
Tags:2009, Albert Einstein, Doppler-Effekt, Geschwindigkeit, Kosmos, Masse, Naturwissenschaft, naturwissenschaftliche Bildung, Physik, Raum, Strövers Naturpaedblog, Weltall, Zeit, Zeitdilatation
Veröffentlicht in 2009, Albert Einstein, Astronomie, Begriffe, Benutzte Literatur, Bildung, Doppler-Effekt, Energie, Es kommt immer anders..., Forschung und Wissenschaft, Historie, Kurios, Lesenswert, Links, Naturwissenschaft, Nur nicht aufgeben!, Physik, Relativitätstheorie, Strövers Naturpaedblog, Strövers Seiten, Tipp, Umweltbildung, Umweltpädagogik, Was sagt die Wissenschaft?, Weblogs & Homepages, Wissen, Wissenstipps, Zeit, Zeitdilatation, Zitat, menschlich, Ökopädagogik | Keine Kommentare »
Montag, 18. Mai 2009

“Maikäfer flieg!
Der Vater ist im Krieg,
Die Mutter ist im Pommerland,
Und Pommerland ist abgebrannt.
Maikäfer flieg!”
Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Maik%C3%A4fer_flieg
Das traurige Volkslied von Johann Friedrich Reichhardt entstand offenbar während des 30-jährigen Krieges, der sich zwischen 1618 bis 1648 im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation ereignete. Verschiedene europäische Machthaber versuchten, die Vorherrschaft über dieses große Reich an sich zu reißen. Unter Europa stellte man sich damals eher eine Art Großreich vor, das nur von einem regiert werden sollte. Ein Nebeneinander von verschiedenen Staaten kannte man noch nicht (vgl. http://www.uni-potsdam.de/u/geschichte/mdk/index.htm). Neben dem Kampf um eine neue Verfassung kämpften die Katholiken gegen die Evangelischen. Je länger dieser Krieg andauerte, desto größer wurde die Not der Bevölkerung. Besonders schlimm traf es das nördliche Brandenburg und Teile Pommerns und Mecklenburgs (vgl. http://www.uni-potsdam.de/u/geschichte/mdk/index.htm), wo wir wieder beim Lied angelangt sind. Es starben ca. zwei Drittel der Pommerschen Bevölkerung (vgl. http://www.dradio.de/dlf/sendungen/lyrikkalender/616545/), die Liedstrophe ist also wörtlich zu nehmen. Ob mit dem Lied im tieferen Sinne der nordisch-germanische Weltenbrand gemeint sei, ist nicht bewiesen (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Weltenbrand). Doch letzten Endes steht dieses Lied für unendliches Leid, das sich Menschen einander zugefügt haben.
Seltsam, dass dieses Lied heute noch als “Schlaflied” bekannt ist. So zeigen sich noch in der Gegenwart Spuren eines Krieges, der schon 361 Jahre zurückliegt. - Die hier gezeigten Fotos eines Maikäfers sind bereits einen Monat alt, sie stammen vom 18. April 2009. Erstmals war es mir möglich, ein lebendes Exemplar zu beobachten. Überhaupt fand ich in diesem Jahr einige Maikäfer vor, die z. T. relativ bewegungslos auf dem Bürgersteig oder im Gras lagen. Erst nach einiger Rechereche fand ich heraus, dass die männlichen Maikäfer im Gegensatz zu den Weibchen nur wenig fressen, wenn sich im Frühjahr (April-Mai) aus dem Boden krabbeln. Alle drei bis vier Jahre treten Maikäfer vermehrt auf, viele Maikäfer-Weibchen fressen in den gefürchteten “Maikäferjahren” ganze Bäume kahl (vgl.HORN, Hans; KÖGEL, Friedrich: 2008, S. 62). Nach der Begattung im April bzw. Mai suchen Maikäfer-Weibchen Löwenzahn-Wiesen auf und legen ca. 60 bis 80 Eier ungefähr in einer Tiefe von bis zu 20 cm ab. Nach vier Wochen schlüpfen die Engerlinge, die noch weitere vier bis fünf (in Norddeutschland!) Jahre unterirdisch leben und sich von Wurzeln ernähren. Schließlich verpuppen sie sich zum August hin. Zum Herbst schlüpfen die nun ausgewachsenen Maikäfer, nur, um sich wegen des anstehenden Winters sich wieder schnell vergraben zu müssen. Wird es im folgenden Frühjahr wieder warm, krabbeln die Maikäfer aus dem Erdversteck (vgl. STICHMANN, Wilfried; KRETZSCHMAR, Erich: 2005, S. 404). Der Zyklus beginnt wieder von vorn: Die männlichen Käfer begatten die Weibchen, die danach die Futterquellen aufsuchen. Die Männchen sterben nach der Begattung schnell. Daher verwundert es nicht, dass man zum Teil recht viele Käfer tot oder wie tot auf dem Boden liegen sieht. Doch dieser Maikäfer entpuppte sich als (noch?) recht lebendig:

Nachdem ich ihn eine Weile beim Krabbeln beobachten (und fotografieren) konnte,…

…nahm er eine bestimmte Position ein (siehe Foto):

…und flog dann schnell fort:

Ob auch dieser Käfer schon Geschichte ist?
Literatur-Tipp:
HORN, Hans; KÖGEL, Friedrich: Käfer. Merkmale, Vorkommen und Lebensweise. München: BLV Buchverlag GmbH & C. KG, 2., durchgesehene Auflage, 2008.
STICHMANN, Wilfried; KRETZSCHMAR, Erich: Der Kosmos Tierführer. Über 1300 Farbfotos. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, 3. Auflage, 2005.
Tags:2009, 30-jähriger Krieg, Biologie, Deutschland, Etymologie, Europa, Frühling, Geschichte, Käfer, Kindheit, Maikäfer, Naturpädagogik, Strövers Naturpaedblog
Veröffentlicht in 2009, Ausbreitung, BLV Naturführer, Begriffe, Benutzte Literatur, Berichte & Meldungen, Bildung, Biologie, Deutschland, Digitalkamera, Dokumentation, Dortmund, Entomologie, Erschreckendes, Europa, Fauna, Flugverkehr, Foto, Fotografie, Frühling, Geschichte: 30-jähriger Krieg, Heiko Bellmann, Historie, Im Wald, Impressionen, Insekten, Insektenbilder, Insektenführer, Jahreszeiten, Kindheit, Kosmos Naturführer, Krieg der Generationen?, Kurios, Käfer, Larven, Lebensraum, Lesenswert, Maikäfer, Makro, Makrofotografie, Melolontha melolontha, Natur, Naturfotografie, Naturführer, Naturpädagogik, Nordrhein-Westfalen, Politisches, Pädagogik der Frühen Kindheit, Pädagogik der Kindheit, Ruhrgebiet, Ruhrpott, Sehenswert!, Strövers Insektenfotos, Strövers Naturpaedblog, Strövers Seiten, Tod, Totgesagte leben länger!, Wald, Weblogs & Homepages, Wiese, Wissen, Wissenstipps, Zitat, menschlich, unheimlich, Ökopädagogik | 1 Kommentar »