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Strövers Naturpaedblog » Es kommt immer anders…

Archiv für die Kategorie ‘Es kommt immer anders...’

Scheinheilige Klimapolitik?

Freitag, 18. Dezember 2009

Grafik: © http://www.bund-nrw.de Kohlekraftwerke - Nein Danke!Unglaublich! Da treffen sich die Länder dieser Erde in Kopenhagen, um angeblich etwas für die Umwelt zu tun, doch dann erfährt man von Campact.de, dass Nordrhein-Westfalens Politiker gestern trotz aller Proteste von Klimaschützern und Naturfreunden und gegen den Willen der Bevölkerung von Nordrhein-Westfalen  den Klimaschutz-Paragrafen zugunsten von EON einfach so gestrichen haben. In vielen Bundesländern kommt man…

Grafik: © http://www.bund-nrw.de/themen_und_projekte/energie_klima/kohlekraftwerke

…offenbar E.ON, EnBW, RWE, Vattenfall und weiteren Energieunternehmen  politisch entgegen, sodass sie zukünftig neue klimaschädliche Kraftwerke bauen bzw. dort weiterbauen können, wo bislang Klimaschützer erfolgreich einen Baustopp bewirkt hatten (vgl. http://www.bund-nrw.de/themen_und_projekte/energie_klima/kohlekraftwerke).

Campact.de schreibt u. a.:

‘”Eigentlich wollte die Regierung Rüttgers ihre Lex E.on still und heimlich durch den Landtag bringen. Doch daraus wurde nichts: Bevor die Mehrheitsfraktionen von CDU und FDP den Klimaschutz-Paragrafen aus dem Gesetz zur Landesentwicklung strich, unterschrieben über 63.000 Menschen unseren Appell “Keine Lex E.on!’”

Quelle:

http://www.campact.de/klima/sn8/signer

In Hamburg (vgl. http://www.robinwood.de/Moorburg.moorburg.0.html) beispielsweise befürchten besorgte Bürger und der NABU eine Steigerung der Kohlendioxid um 40 %, doch das ist nicht alles:

“Neben großen Mengen an gesundheitsschädlichem Feinstaub und giftigen Schwermetallen würden zusätzliche 8,5 Millionen Tonnen des Klimagifts Kohlendioxid in die Luft entweichen. Damit würden die Kohlendioxid-Emissionen Hamburgs um 40 Prozent zunehmen.

 Quelle:

http://hamburg.nabu.de/themen/klimaschutz/energie

Doch leider war auch in Hamburg die Industrie stärker als der Wille zum Umweltschutz.

Auch in Krefeld demonstrierten über 1000 Menschen gegen den Bau von neuen Kohlekraftwerken:

http://www.rp-online.de/niederrheinsued/krefeld/nachrichten/krefeld/Demo-gegen-neues-Kohlekraftwerk_aid_717137.html

Und - wer erwartet etwas anderes - die Politik knickte wieder ein.

Auch wenn manch einer auf Kohlekraftwerke schwört, und immer wieder neue Kohlekraftwerke gebaut werden, so ist die umweltschädliche Gefahr nicht von der Hand zu weisen (vgl. http://www.umweltlexikon-online.de/fp/archiv/RUBenergie/Kohlekraftwerk.php oder http://nuv-online.de/?p=431).

Und so wird weiterhin auf Kosten von Umwelt und Gesundheit genehmigt und gebaut. Ich bin gespannt, wie lange diese sogenannte Übergangstechnologie eingesetzt wird…

Es können ja nicht alle so erfolgreich sein wie die Kieler: http://www.keine-kohle-kiel.de

Klimaretter & Klima-Lügendetektor

Mittwoch, 02. Dezember 2009

 

Eine interessante Webseite und ein dazugehöriges Weblog, auf die mich die “Lernplattform des Landes Bremens” (http://www.portal.schule.bremen.de)  aufmerksam machte:

www.wir-klimaretter.de

Auf der neuen Seite erfahren Sie, was aktuell in der Welt oder in Deutschland passiert oder können Meinungen und Standpunkte vorfinden (z. B. einen kritischen KoLehrerbuchmmentar zur Umweltpolitik der Linken), lernen das Kopenhagener-Abc auswendig, sehen, wer sich wo engagiert und gleich mitmachen, Sie dürfen - ohne katholisch zu sein - zum Öko-Beichtstuhl gehen und Ihre Umweltsünden bekennen, spannende Öko-Blogs lesen, Tipps beherzigen und vieles mehr lesen oder gleich weiterklicken ins…

Lügendetektor-Blog

Header-Bild: © http://www.klima-luegendetektor.de

Lügendetektor-Blog!

Alles frech, jung, politisch und sicher auch nicht perfekt, aber ein Klick dorthin lohnt sicherlich!

Öko-Gruß,

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Kaputte Welt

Wie sich NPOs neu orientieren (sollen?)

Freitag, 27. November 2009

(Auch grüne) Non-Profit-Organisationen zeichnen sich dadurch aus, ergänzend zum Markt und zum Staat einem gesellschaftlichen Mangel entgegentreten zu wollen bzw. Förderprojekte zu initiieren. Dabei gilt es, gemeinnützige Ziele zu erreichen, nicht jedoch, wirtschaftlich zu arbeiten.

 

Auf der Webseite wird auf ein Buch verwiesen, das eine Neuorientierung für NPOs vorschlägt, und zwar dahingehend, von der Wirtschaft zu lernen:

 

http://www.eco-world.de/scripts/basics/econews/basics.prg?a_no=20641

 

“Die Ausrichtung am Markt, die Adressierung von Zielgruppen und die eigene pädagogische ebenso wie wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wird auch für die Umweltbildung als wichtig angesehen und stellt einen wesentlichen Aspekt ihrer eigenen Nachhaltigkeit dar.”

 

Quelle:  http://www.eco-world.de/scripts/basics/econews/basics.prg?a_no=20641

 

Werden dann aus Non-Profits irgendwann Profit-Organisationen??? ;-)

 

S. Ströver

2009_11_27_non-profit_.jpg

 

Logo: © http://www.eco-world.de/

scripts/basics/eco-world/service/main/basics.prg

 

Unappetitliches Schummeln

Donnerstag, 22. Oktober 2009

Vor einiger Zeit wurde uns Verbrauchern (wieder mal) eröffnet, dass bei der Herstellung von Nahrung gerne geschummelt wird. Anstatt Käse gab es dann z. B. ein Kunstprodukt, das nichts mehr mit Käse gemein hatte. Auch die Frankfurter Rundschau berichtete  (am 25.09.2009) darüber und hat eine interessante Webseite zu diesem Thema gestaltet:

http://fr-online.de/mogelessen

Wohl bekommt’s

S. Ströver

1. Netbook-Eintrag

Freitag, 03. Juli 2009

Wie abhängig der Mensch von seiner Umwelt ist, merkt er in der Regel erst, wenn er in seinem Alltag nicht wie gewohnt agieren kann. So findet auch dieser erste Blogeintrag, den ich mit Hilfe meines Netbooks verfasse, unter erschwerten Bedingungen statt. Die Siutation: Situation: Ein schönes “Unwetter” (das ja auch ein Wetter ist), heftiger Regen und Gewitter nach einem schwül-warmen Tag. Für einige Zeit schien die Welt beinahe unterzugehen, so schüttete es. Keine Handy-Verbindungen, keine Internetmöglichkeiten… Menschen warten darauf, dass Züge wieder fahren.  Erst lange, nachdem die dunklen Wolken sich wieder verzogen hatten, meldete die freundliche Stimme den nächsten Zug.

Nun denn, schnell die Verbindungen gecheckt und einen Naturpaedblogeintrag verfasst. Vielleicht ein guter Einstieg ins “Bahnblogging”.

Wie dem auch sei,

ein schönes Wochenende!

P.s.:

Bildmaterial  (vom Handy) folgt in Kürze…

Nachtrag:

Da es gerade eine weitere Zwangspause gibt und der Zug wegen eines Blitzeinschlags nicht weiterfahren kann, fand ich noch Zeit, den obigen Tippfehler zu korrigieren und Blog-Tags einzufügen… ;-)

Nachtrag vom 25.07.2009:

Nun folgen hier drei Fotos, die - im Nachhinein betrachtet -  die “Weltuntergangsstimmung” auf dem Hauptbahnhof nicht wirklich realistisch wiedegeben können. Vorn und hinten peitschten die Wassermassen nur so rein, sodass selbst die Bahnreisenden, die sich in der Mitte der Halle befanden, zum Teil nass wurden:

03.07: Sturm in NRW

03.07: Sturm in NRW

03.07: Sturm in NRW

 

Tag der Umwelt 2009

Freitag, 05. Juni 2009

Am diesjährigen Tag der Umwelt wird z. B. im Artikel “Ein Date mit unserem Planeten” von Anna Ripka u. a. wieder dazu aufgerufen, wenigstens einmal das Auto stehen zu lassen oder sonst irgendetwas zu unternehmen, was der Umwelt nicht schadet. Das heutige Motto heißt “Umweltschutz - für unsere Gesundheit” (Quelle: http://www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/56898/). Wenn wir also nicht den Eigenwert der Natur erkennen, sollten wir wenigstens die Umwelt schonen, um letzten Endes uns selbst nicht zu schaden… Klingt bitter, aber natürlich können wir uns Menschen nicht einfach so von einer kranken Umwelt wegbeamen… jedenfalls noch nicht. Klar, dass eine verschmutzte und verseuchte Umwelt auch uns Menschen schädigt. Nun, andere halten es an diesem Tag ein wenig anders, sie proklamieren gleich jeden Tag als Umwelt(kinder)tag, was vielleicht nicht falsch ist. Doch warum sollten das nur Kinder so sehen? Manchmal glaube ich, dass gerade der Übergang ins Erwachsenenalter gleichzusetzen ist mit einer “Müllzeitperiode”. In keiner anderen Phase verliert der Mensch so viel Müll wie im besten Jugendalter. Es ist teilweise möglich, diverse Müllspuren einzelnen Jugendlichen zuzuordnen. Aber dennoch würde ich den Heranwachsenden nicht unbedingt empfehlen, sich die Erwachsenen als Vorbild zu nehmen. Hierzu ein nettes Beispiel aus dem Bereich Kernenergie. Vor genau 33 Jahren gab das Bundesministerium eine Broschüre “Kernenergie - Eine Bürgerinformation” heraus. Einige Auszüge sollen für sich sprechen:

 

“Anders als in einem Sprengsatz fehlt es jedoch in einem Reaktor an den Voraussetzungen für eine ungehemmte Kettenreaktion, die in kürzester Zeit lawinenartig anwächst und es zu einer Detonation führt. Denn dazu bedürfte es nicht nur eines Spaltstoffs aus fast reinem Uran-235 oder Plutonium-239, sondern auch eines Druckmantels, der den Spaltstoff für eine gewisse Zeit auf engstem Raum zusammenhält. In keinem Kernreaktor sind diese beiden Bedingungen erfüllt. Ein Kernreaktor ist deshalb keine ‘gezähmte Atombombe’. Auch bei einem Versagen technischer Einrichtungen kann es keine nukleare Explosion geben (vgl. BUNDESMINISTERIUM für Forschung und Technologie: 1976, S. 42) .”

 

“Auch wenn trotz dieser Sicherheitsmaßnahmen der Reaktor falsch gesteuert oder nicht geregelt würde, könnte es nicht zu einer Atom-Explosion kommen (vgl. BUNDESMINISTERIUM für Forschung und Technologie: 1976, S. 58) .”

 

“In der Bundesrepublik wird zur Lösung dieses (Einschub des Blogbetreibers: Abfall-) Problems ein Konzept verfolgt, daß die endgültige Lagerung weitgehend von menschlicher Betreuung und Bewachung unabhängig macht. Es gilt auch in anderen Ländern als optimal. Dieses Konzept umfaßt die Verfestigung der Abfälle und die Einlagerung in tiefliegende Salzstöcke (vgl. BUNDESMINISTERIUM für Forschung und Technologie: 1976, S. 85).”

 

“Die Wahl von Salzformationen als Endlager für radioaktive Abfälle ist im wesentlichen dadurch begründet, daß solche Salzstöcke bereits Millionen von Jahren ohne Verbindung zum Grundwasser existieren. Sie bieten somit hinreichende Sicherheit, daß die eingelagerten Abfälle nicht mit dem Lebensbereich von Mensch, Tier und Pflanzen in Berührung kommen (vgl. BUNDESMINISTERIUM für Forschung und Technologie: 1976, S. 86).”

 

Glücklicherweise gibt es Anbieter für all diejenigen, die sich Ökö-Strom ins Haus holen möchten. Doch bevor man auf unseriöse Anbieter reinfällt, informiert der mündige Leser sich lieber auf Webseiten von Umweltverbänden etc, wie z. B. Greenpeace:

 

 http://www.greenpeace-energy.de

 

 Einen schönen Umwelttag!

 

Silvio Ströver

Warum die Zeit sich bei hoher Geschwindigkeit verlangsamt…

Donnerstag, 21. Mai 2009

Dass der Zeitverlauf tatsächlich von dem Faktor Geschwindigkeit abhängt, erklärt ein Lehrer namens Walter Fendt auf seiner Webseite:

 http://www.walter-fendt.de/zd

Dort erfahren Sie u. a. etwas über:

  1. Grundlagen der speziellen Relativitätstheorie
  2. Der Doppler-Effekt
  3. Ein Beispiel für die Zeitdilatation
  4. Zeitdilatation, genauer betrachtet

Quelle:

http://www.walter-fendt.de/zd

Zusätzlich empfehle ich - ergänzend dazu - einen weiteren Link zur naturwissenschaftlichen Bildung:

Auf der Webseite der TU-Hamburg finden Sie eine Hausarbeit über Albert Einstein vor:

http://www.tu-harburg.de/rzt/rzt/it/einstein/einstein.html

Silvio Ströver

P.s.:

Lies auch dazu:

http://natur.paedblog.de/2009/04/05/naturpaedagogik-ist-mehr-als-nur-biologie


Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus)

Donnerstag, 09. April 2009

2009_04_08_fruehling_18_feuerwanze_04b_.JPG

2009_04_08_fruehling_21_feuerwanze_07b_.JPGDie Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus) kommt stellenweise gleich in Scharen vor: Bislang habe ich diese Wanzenart nur an einer Baumart feststellen können. Es handelt sich hierbei um Linden. Da es sich um eine kleine Allee handelt, die auch noch Teil eines Friedhofs ist, nahm ich - flüchtig geschaut - erst an, dass es sich um den sogenannten Totengräber-Käfer (Necrophorus vespillo) handelt, der sich tatsächlich auch von Aas ernährt, daher der Name. Aber nach näherem Hinsehen erkannte ich sofort die typische Wanzenform, die im Gegensatz zu einem Käfer nicht so deutlich segmentiert erscheint. Beim Käfer erkennt man sehr klar den Rumpf durch die Vorderflügel, die zu festen Flügeldecken geworden sind (vgl. BELLMANN: 1999, S. 20). Auch ist beim Käfer typisch ein erkennbarer “Nackenbereich”, der genauer mit “Halsschild” bezeichnet wird. Davon deutlich zu unterscheiden ist wiederum der Käferkopf. Auf der “Rückenmitte” befindet sich ein eher kleines Schildchen. Dagegen sind die Flügel der Wanzen sehr viel weicher, besonders zum Ende hin werden die Vorderflügel dünnhäutig wie die darunterliegenden Hinterflügel. Dadurch, dass dieVorderflügel auf dem Rücken nicht nebeneinanderliegen, sondern sich überlappen, bildet sich bei Wanzen farblich oft ein viereckiger dunkler “Schatten” ab. Die anfangs verhornten Vorderflügel entspringen - im Unterschied zum Käfer - einem sehr breiten Halsschild (vgl. BELLMANN: 1999, S. 19). Es schließt sich - anders als beim Käfer - ein relativ großes Schildchen auf der Rückenmitte an. Bei der Feuerwanze kann man das schwarze Dreieck auf dem Rücken als Schildchen identifizieren. Die verhornten Vorderflügel enden kurz unterhalb der schwarzen Punkte, daher die Schwarzfärbung (vgl. BELLMANN: 1999, S. 106). Wanzen gehören übrigens zu den saugenden Tierarten (und gehören damit zu den Schnabelkerfen), die meisten unter ihnen saugen Pflanzensäfte (vgl. BELLMANN: 1999, S. 18).

 Diese Fotos entstanden am 08.04.2009 in Dortmund-Asseln, die weißen Klümpchen sind Sandkörner. 2009_04_08_fruehling_20_feuerwanze_06b_.JPG

Beinahe an jeder Linde befanden sich einige Kolonien dieser Wanzen, die man auch oft nur an Sonnentagen so gut sehen kann. Laut Bellmann saugen diese Tierchen u. a. an den Samen dieser Bäume (vgl. BELLMANN: 1999, S. 106).

Silvio Ströver

Benutzte Literatur:

Bellmann, Heiko: Der neue Kosmos-Insektenführer. Über 1400 Fotos. Extra: Die wichtigsten Spinnentiere. (Kosmos Naturführer)
Stuttgart: Kosmos Verlag, 1999, S. 18-20, S. 106 - 107.

Naturpädagogik ist mehr als nur Biologie

Sonntag, 05. April 2009

  Natur Wissenschaft PädagogikRuda Töbelmann ist als Abteilungsleiterin der Fachschule für Sozialpädagogik an der Beruflichen Schule am Königsweg Kiel (vgl.  http://www.schleswig-holstein.de/Bildung/DE/Service/Broschueren/Kita/NaturWissenschaft Paedagogik,templateId=raw, property=publicationFile.pdf, S. 08) in der Position, die Qualifikation von Erzieherinnen und Erziehern nicht bloß möglicherweise zu beklagen, sondern zu verbessern. Ihr Anliegen ist es u. a., Erzieherinnen und Erzieher für naturwissenschaftliche Themen zu öffnen. Es reiche nicht aus, biologische Sachverhalte zu kennen und diese Vorschulkindern zu vermitteln, sondern es sei notwendig, auch kindliche Erfahrungen zuzulassen, die etwas mit Physik, Technik, Mathematik oder Chemie zu tun haben. Voraussetzung ist aber, eigene Unsicherheit bei angehenden Erzieherinnen und Erziehern zu überwinden. So heißt es weiter im Vorwort (S. 6) der oben angegebenen Pdf-Broschüre, dass die naturwissenschaftliche Bildung mittlerweile auch “fester Bestandteil der ‘Leitlinien zum Bildungsauftrag von Kindertageseinrichtungen des Landes Schleswig-Holstein’” sei.

Der Hintergrund dieser Bemühung, die naturwissenschaftliche Bildung angehender Erzieherinnen und Erziehern zu fördern, wird dadurch erklärt, dass Jugendliche aktuell nur wenig Interesse an naturwissenschaftlichen Themen bzw. Berufen zeigen würden. Es geht also darum, zukünftige Jugendliche für naturwissenschaftlich-technische Berufe vorzubereiten bzw. neugierig zu machen.

Wirtschaftspolitische Motive führen hier also zu einem Versuch, das derzeitige Bildungsgeschehen mit zu erneuern. - Es ist schon interessant, dass heute immer noch eine gewisse Einseitigkeit im gesamten Bildungswesen festzustellen ist. Doch meine ich, dass seit des PISA-Schocks ganz allmählich eine neue Zuwendung zu naturwissenschaftlich-technischen Inhalten & Themen zu beobachten sind. Plötzlich spricht man im Elementarbereich (Kindergarten-, KITA-Bereich) von Kindern als Forscher und Entdecker. Es scheint mir, als ob es momentan einfach nur eine pädagogische Modeerscheinung sei, die irgendwann wieder vorbei sein wird.  Ich würde es bedauern, wenn die aktuellen Bemühungen allgemein wieder abflauen würden, Kinder naturwissenschaftlich zu fördern. Prinzipiell trete ich für eine Bildung ein, die nach allen Seiten hin offen ist und weder das eine noch andere bevorzugt.

Bereits Theodor Litt (vgl. STRÖVER in Strövers Jobcoachblog: 26.11.2006, http://www.jobcoach.stroever.net/2006/11/26/theodor-litt-berufsbildung-fachbildung-menschenbildung) mahnte im Nachkriegsdeutschland an, dass es nicht sein dürfe, dass Schülerinnen und Schüler unvorbereitet in die Berufswelt geschickt würden. Er sah zwar den Widerspruch zwischen technisch-wissenschaftlicher und humanistisch-geprägter Bildung, sprach sich aber dafür aus, diesen Widerspruch als menschlich anzunehmen. So könne eine solide Menschenbildung mit einer beruflichen, wissenschaftlich-technischen Bildung Hand in Hand gehen, da der (dank seiner Menschenbildung) souveräne Mensch (aufgrund seiner beruflichen Fachbildung) über technische Anforderungen entscheiden könne.

Doch die aktuellen Versuche, das Bildungswesen u. a. im vorschulischen Bereich verstärkt naturwissenschaftlichen Inhalten zugänglich zu machen, zeigen mir, dass wir in Deutschland vielleicht noch immer größtenteils das geschichtlich geprägte Vorurteil pflegen, dass eine gute Allgemeinbildung auch ohne naturwissenschaftliche Bildung auskomme.

 

Dietrich Schwanitz: Bildung. Alles, was man wissen muss.
Dietrich Schwanitz: Bildung. Alles, was man wissen muss.

Schwanitz Bestseller “Bildung. Alles, was man wissen muss” zeigt exemplarisch, dass der Geschichte, Literatur, Kunst, Musik, Philosophie, den Ideologien, Theorien, den Sprachen, der Geografie breiten Raum gegeben wird. Kein Wort erfährt die bildungshungrige Leserin bzw. der bildungshungrige Leser über naturwissenschaftliche Themen, obwohl der Autor selbst Bedenken zu äußern scheint, dass die europäische Bildung lange Zeit einseitig durch die Dominanz der nach dem Physiker C. P. Snow benannten “ersten Kultur”  beherrscht wurde. Diese “erste Kultur” meint bei ihm das Literarisch-Humanistische. In einer Rede beklagte der erwähnte Physiker Snow eine (in den 1950ern) bestehende Trennung dieser literarisch-humanistischen Kultur von der zweiten, der technisch-(natur-)wissenschaftlichen Kultur.  Sein Appell, dass Bildung beide Aspekte berücksichtigen sollte, blieb scheinbar jahrzehntelang ungehört (vgl. SCHWANITZ: 1999, S 484-485).

Und wenn man sich die Bildungsgeschichte knapp vergegenwärtigt, scheint klar zu sein, dass diese neuhumanistisch geprägte Bildung, die nach dem Schöngeistigen strebte und fachlich-berufliche Bildung abwehrte, als eine Folge der bürgerlichen Emanzipation zu verstehen ist. Während mittelalterliche Bildung standesgemäß aufgefasst wurde und eher den Charakter einer Tradierung (Weitergabe) des Bewährten aufwies und damit bestehende Gesellschaftsschichten (Feudalismus) erhielt, entwickelte sich in der Neuzeit der Gedanke einer Allgemeinbildung, die m. E. allen Bürgern zukommen sollte.

Die Geringschätzung des Naturwissenschaftlichen beschreibt beispielsweise Ernst Peter Fischer ganz

 

Ernst Peter Fischer: Die andere Bildung. Was man von den Naturwissenschaften wissen sollte.
Ernst Peter Fischer: Die andere Bildung. Was man von den Naturwissenschaften wissen sollte.

plastisch in seinem empfehlenswerten Buch: “Die andere Bildung. Was man von den Naturwissenschaften wissen sollte“: Der Autor erinnert sich an den Tag, an dem er (im Jahre 1966) sein Abiturzeugnis vom theologisch geprägten Schuldirektor empfangen hatte mit den Worten:

“Doch dann gelang es dem Direktor unseres Gymnasiums, der als Theologe promoviert war und Philosophie mit christlichem Einschlag unterrichtete, meine gute Stimmung durch einen merkwürdigen Satz zu verderben: ‘Gute Leistungen in Physik, Chemie oder Biologie sind ja nicht unerwünscht’, so verkündete er, ‘und gute Noten in den Naturwissenschaften sind durchaus erfreulich, aber ob jermand reif ist’, fügte er nach einer kleinen rhetorischen Pause hinzu, den Blick fest auf mich gerichtet, ‘ob jemand reif ist, das erkennt man erst an seiner Deutschnote.’”

Quelle: FISCHER, Ernst Peter: “Die andere Bildung. Was man von den Naturwissenschaften wissen sollte.” Ullstein Verlag: Juni 2003, S. 9.

Fischer beschreibt in seinem Buch nicht nur sein Konzept zur doppelten Bildung, sondern geht geschichtlich auf die moderne, europäische Wissenschaft ein, thematisiert Astrologie und Alchemie, den “Kosmos und seine Grenzen”, behandelt die Atome, den Begriff des Lebens, seinen Ursprung, erklärt die “Idee der biologischen Evolution” und ergänzt dieses Kapitel lobenswerterweise um die Bestimmung ihrer Grenzen. Er geht auf die “Revolution in der Naturwissenschaft” ein, bespricht die “Besonderheiten der Wissenschaft im 20. Jahrhundert” und wagt einen “Ausblick: Wissenschaft als Kunst zu denken”. Spannend geschrieben mit zahlreichen Erläuterungen, warum beispielsweise Licht zugleich wellenartig als auch teilchenförmig begriffen werden kann (FISCHER: 2003, S. 162 ff.).

Wer also wirklich etwas für seine (Allgemein-) Bildung tun möchte, möge mindestens einfach beide Bücher zur Hand nehmen.

 

Natur Wissenschaft Pädagogik
Natur Wissenschaft Pädagogik

Aristoteles soll einmal folgenden Satz geäußert haben:

“Erstaunen ist der Beginn der Naturwissenschaft”.

Mit diesem schönen (hier zitierten) Zitat sind wir wieder bei der oben genannten Broschüre angekommen (S. 7), die damit einleitend die Fähigkeiten der naturwissenschaftlichen Bildung wie folgt benennt:

Ganzheitliches Forschen (Lernen), Herstellen von Kausalbeziehungen (”wenn-dann”), Förderung der kindlichen sensomotorischen Fertigkeiten, Training von Ausdauer, Geduld und Konzentration, soziales Lernen durch Gruppenarbeit (Regeln einhalten lernen), Kommunikationsfähigkeiten werden gestärkt und im Umgang mit diversen Materialien ein kreatives Arbeiten angeregt (vgl.  http://www.schleswig-holstein.de/Bildung/DE/Service/Broschueren/Kita/NaturWissenschaftPaedagogik,templateId=raw,property=publicationFile.pdf , S. 7).

Interessanterweise beherrschen im Kindergarten, den Tim Rohrmann als “Garten der Frauen” bezeichnet haben soll (vgl.  http://www.schleswig-holstein.de/Bildung/DE/Service/Broschueren/Kita/NaturWissenschaftPaedagogik,templateId=raw,property=publicationFile.pdf , S. 8), die Erzieherinnen größtenteils biologische Inhalte, wenn man mal schaut, welche naturwissenschaftliche Bereiche überhaupt vermittelt werden. Physik oder Chemie, aber auch Mathematik oder Technik scheinen kein Thema im der Elementarerziehung zu sein. Auf sokratische (also nicht belehrende) Weise sollen Erzieherinnen und Erzieher unter genauer Beobachtung helfen, Kinder die naturwissenschaftliche Welt begreiflich zu machen. Hilfreich sind dabei die Beschreibungen einiger Experimente (aus den Bereichen “Wasser und Luft”, “Schall und Rauch”, “Licht und Farbe”), anhand derer man gezielt mit Kindern spielerisch (und leicht durchführbar, ab Seite 12) die Welt der Naturwissenschaft entdecken kann. Wer es etwas größer mag, der kann sich die Spiele und Experimente ab Seite 28 anschauen.

So haben Bente Nielsen und Charlotte Schroth als Autorinnen dieser Broschüre deutlich machen können, wieviel Spaß es machen kann, einen wesentlichen Teil der Bildung (eben die Naturwissenschaft) in den Kindergarten zu integrieren. :-)

In diesem Sinne viel Spaß bei der Lektüre und der entsprechenden Umsetzung wünscht

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Benutze Literatur:

BERUFLICHE Schule am Königsweg der Landeshauptstadt Kiel (Hrsg.): Bente Nielsen, Charlotte Schroth: Natur Wissenschaft Pädagogik - Das Infopaket zur naturwissenschaftlichen Bildung im Elementarbereich in Anlehnung an die Fortbildung ‘Versuch macht klug: http://www.schleswig-holstein.de/Bildung/DE/Service/Broschueren/Kita/NaturWissenschaftPaedagogik,templateId=raw,property=publicationFile.pdf Pdf-Datei gelesen am 04.04.2009

FISCHER, Ernst Peter: Die andere Bildung. Was man von den Naturwissenschaften wissen sollte. Ullstein Verlag: Juni 2003.

SCHWANITZ, Dietrich: Bildung. Alles, was man wissen muss. Frankfurt am Main: Eichborn Verlag, Oktober 1999.

STRÖVERS Jobcoachblog: Theodor Litt: Berufsbildung, Fachbildung & Menschenbildung. 26.11.2006, http://www.jobcoach.stroever.net/2006/11/26/theodor-litt-berufsbildung-fachbildung-menschenbildung

Das große Krabbeln kommt…

Freitag, 19. Dezember 2008

Jedenfalls in kleinen Schritten!

Wie bereits angekündigt, werden in den kommenden Wochen frühere Blogbeiträge aus dem inzwischen nicht mehr weitergeführten “Insektumweltpaednetblog”  ins neugegründete Naturpaedblog transferiert.

Ein erster Beitrag ist hier zu finden:

http://natur.paedblog.de/2008/07/14/the-best-of-30052008-05-ruesselkaefer-curculionidae

Gruß

Silvio Ströver