Archiv für die Kategorie ‘Falter’
Dienstag, 08. Juli 2008
Bereits am 10. Juli 2007 schrieb ich über den Blutbären, einer schwarz-gelben Raupe, die sich vom Jakobskraut ernährt und zu einem schwarz-rotem Falter wird. Am 30.05 hatte ich denn auch einen solchen Falter vor der Linse:

Da diese Aufnahme nicht sehr gelungen ist, zeige ich an dieser Stelle einige Fotos vom 03.07.2008:
Nachtrag vom 26.06.2010:
Es hat sich im Nachhinein herausgestellt, dass es sich bei den folgenden Fotos nicht um den Falter des Jakobskraut fressenden Blutbären handelt, sondern um einen anderen Schmetterling aus der Familie der Widderchen (Zygaenidae). Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei evtl. um das Sechsfleck-Widderchen (Zygaena filipendulae) oder, so ein Tipp eines Naturpaedblog-Lesers, um das Beilfleck-Rotwidderchen bzw. Beifleck-Blutströpfchen (Zygaena loti):

03.07.2008:
Falter aus der Familie der Widderchen (Zygaenidae)


Die untenstehenden Fotos seien aber, so der aufmerksame Naturpaedblog-Leser, korrekt beschrieben worden: Sie zeigen die Blutbär-Raupe (Tyria jacobaeae). Für interessierte Leserinnen und Leser dieses Blogs habe ich einige Wikipedia-Links aufgelistet, die verdeutlichen, wie sich manche Tierarten ähneln und daher eine eindeutige Bestimmung manchmal recht erschweren:
Jakobskrautbär oder auch Blutbär oder Karminbär (Tyria jacobaeae):
http://de.wikipedia.org/wiki/Jakobskrautb%C3%A4r
Sechsfleck-Widderchen (Zygaena filipendulae) auch Blutströpfchengenannt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sechsfleck-Widderchen
Beilfleck-Rotwidderchen oder Beifleck-Blutströpfchen (Zygaena loti):
http://de.wikipedia.org/wiki/Zygaena_loti
Ampfer-Grünwidderchen (Adscita statices):
http://de.wikipedia.org/wiki/Ampfer-Gr%C3%BCnwidderchen
Thymian-Widderchen (Zygaena purpuralis):
http://de.wikipedia.org/wiki/Thymian-Widderchen
Und hier folgt wieder die Fortsetzung des Blogbeitrags vom 08.07.2008:
Zum Vergleich habe ich auch noch einmal Fotos (vom 06.07.2008/Sauerland), die die Raupe zeigen:

Blutbär-Raupe (Tyria jacobaeae)

Dass diese Raupenart abhängig vom Jakobskraut ist, zeigt, wie empfindlich das Ökosystem auch an dieser Stelle ist: Gerade dieses Tier steht daher unter besonderem Schutz.
Gruß,
Silvio Ströver
Nachtrag vom 31.12.2008:
Das frühere “Insektumweltpaednetblog” wird - wie vor einiger Zeit bereits angekündigt -nach einem längeren Testlauf nicht mehr weitergeführt. Die Blogbeiträge gehen daher ins neugegründete Naturpaedblog über. Folglich müssen Fotos neu hochgeladen und Links gegebenfalls repariert bzw. neu angepasst werden.
Die Blogbeiträge zum Insektumweltpaednetblog werden ebenfalls in Bälde ins Paedblog übernommen, sodass die oben angegebenen Links entsprechend geändert werden müssen. -
Inzwischen habe ich bereits viele Blogeinträge im Paedblog-Archiv und im Jobcoachblog-Archiv überarbeitet, da auch hier durch eine Neustrukturierung der Bloginhalte oftmals angegebene Links nicht mehr aktuell waren. Zudem ermöglicht die neuere Wordpress-Weblogsoftware die Eingabe von Tags, mit deren Hilfe Blogbeiträge im Internet schneller wiedergefunden werden können. Des Weiteren ist der ein oder andere Blogbeitrag aus früheren - nicht mehr existierenden - Weblogs bzw. von älteren Webseiten entnommen worden dank der nicht-wirklich-funktionierenden Wordpress-Import-Funktion. Schließlich habe ich einige neue Blogkategorien gebildet, um Blogbeiträge thematisch besser zuzuordnen, damit diese schnell vom Blogleser in der Kategorie-Rubrik bzw. im Blogarchiv gefunden werden.
Ansonsten viel Spaß beim Stöbern im Naturpaedblog-Archiv!
Gruß,
Silvio Ströver, Dipl.-Pädagoge
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Dienstag, 10. Juli 2007

Der Blutbär ist nicht wirklich so blutrünstig, wie der Name vielleicht andeuten mag. Und erst recht ist der Blutbär auch kein Wesen mit großen Pranken, Fell und viel Masse, nein im Gegenteil: Der Jakobskraut- oder Blutbär ist ein zartgebautes Wesen, und zwar ein rot-schwarzer Schmetterling. Thomas Ruckstuhl beschreibt diesen Tagfalter als auffälligen Falter, der in ganz Europa vorkommen kann und besonders steppenartiges Gelände bevorzugt. Dabei benötigt dieser Schmetterling das Jakobskraut, von dem ich bereits in meinem Fotogenen Umweltpädnetblog berichtete:
http://www.fotogenes.umweltpaed.net/2007/07/04/krautiges
Immerhin ist jetzt klar, dass der rotschwarze Jakobskrautbär seinen Namen zur Hälfte auch seiner Futterpflanze verdankt. Als Puppe überwintert dieser und ist als Raupe momentan fast überall dort zu entdecken, wo das gelbe Kraut wächst. Als ich die Raupen dieses Jahr zum erstenmal entdeckte, war ich sehr darüber erstaunt, dass mir diese schwarz-gelbe (Borussia Dortmund lässt grüßen) Raupe bisher noch nicht aufgefallen ist. Sie ähnelt übrigens sehr der Raupe der Erlen-Rindeneule, die aber im Gegensatz zu den fotografierten Tieren kräftige, schwarze Fühler besitzt.
Hier folgen nun einige Fotos dieser schön-gefärbten Raupe, die offensichtlich keine Einzelgängerin ist. Heiko Bellmann weist in seinem Buch darauf hin, dass diese Art durch die Bundesartenschutzverordnung in Deutschland besonders geschützt ist (vgl. BELLMANN: 1999, S. 374):





Schwarz-gelbe Grüße,
Silvio Ströver
Benutzte Literatur:
Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Insektenführer. Über 1400 Fotos. Extra: Die wichtigsten Spinnentiere. (Kosmos Naturführer)
Stuttgart: Kosmos Verlag, 1999, S. 374- 375.
Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Bestimmen, kennenlernen, schützen. 550 Naturfarbfotos vom Autor.
Bindlach: Gondrom Verlag, Lizenzausgabe, 2002, S. 179.
Nachtrag vom 04.01.2009:
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Silvio Ströver, Dipl.-Pädagoge
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Montag, 02. Juli 2007
Heute erhielt ich einen schönen Urlaubsgruß aus Italien, genauer: vom Gardasee!
Virgola, wie zuvor schon erwähnt, schickte mir als treue Blog- und -Webseiten-Leserin :-) ein Bild (zur Veröffentlichung freundlicherweise freigestellt) per Email, mit der Bitte, mal nachzuchauen, welches Tier das sein könne. Sie selbst tippte auf eine Mischung aus Libelle und Schmetterling.
Doch schauen Sie einmal selbst, kennen Sie dieses Tier?

Virgolas Vermutung war schon gar nicht mal so schlecht. Ich selbst schaute zuerst nach allen möglichen Libellenarten, Heuschrecken und Zikadenarten nach. Auch blätterte ich in einem Naturführer auf den Seiten, auf denen die Ameisen beschrieben wurden, denn es gibt durchaus fliegende Ameisen, die dem Tier auf dem Foto ähnlich sehen. Doch als ich schließlich bei den Schmetterlingen und Motten angelangt war, stieß ich schnell auf den Tagfalter namens Weißfleckwidderchen (Syntomis phegea).
Das Weißfleckwidderchen ähnelt erst einmal nur vom Äußeren her dem Widderchen, das seinen nach außen gebogenen Fühlern seinem Namen verdankt. Wie man (sicher vom letzten Streichelzoobesuch* noch) weiß, haben Widder nach außen gebogene Hörner (vgl. BELLMANN: 1999, S. 378).
Der auf dem Foto abgebildete Tagfalter lebt bevorzugt in wärmeren Gebieten, besonders häufig ist er in den Südalpen anzutreffen und in warmen lichten Wäldern. Sein leicht wirkender Schwirrflug wird durch sehr lange Vorderflügel und nur halb so lange Hinterflügel möglich. Das ist übrigens ein typisches Merkmal seiner Familie der Scheinwidderchen (Syntomidae).
Nur zwei Arten dieser Scheinwidderchen kommen, so Dr. Bellmann, auch in Deutschland vor. Und interessant - und für mich erst mal rätselhaft - ist auch der Hinweis von Dr. Bellmann, dass die Raupe des Weißfleckwidderchens offenbar mit Vorliebe welke Pflanzen frisst (vgl. BELLMANN: 1999, S. 378). Ob das daran liegt, dass die welken Pflanzen leichter zu fressen und zu verdauen sind, ist nur eine wilde Spekulation von mir. Auf jeden Fall ist dieser Tagfalter ein schönes Insekt, das dank des Klimawandels bestimmt schnell auch hierzulande heimisch werden wird. Immerhin sind viele Tierwanderungen und Pflanzenverschiebungen in Richtung Norden, u. a. auch am Beispiel des Schakals beschrieben und verzeichnet worden.
Nocheinmal einen Dank an Virgola für das Bildmaterial,
Gruß,
Silvio Ströver
Nachtrag vom 02.01.2009:
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Silvio Ströver, Dipl.-Pädagoge
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Samstag, 30. Juni 2007
Heute ist mir förmlich ein Exemplar des Bläulings, so heißen die blauen, europäischen Tagfalter, vor die Linse geflattert. Da es naheszu 100 Bläulingsarten gibt, von denen allerdings nur rund 50 % -zumeist Männchen - wirklich blau sind (vgl. RUCKSTUHL: 2002, S. 165), ist es mir nicht ohne Weiteres möglich, den folgenden Bläuling näher zu bestimmen. Bei der Betrachtung der vielen Fotos in verschiedenen Naturführern sehe ich inzwischen so gut wie keine Unterschiede zwischen den dargestellten Bläulingen, irgendwann sieht man vermutlich den Wald vor lauter Bäumen nicht. Interessant ist jedoch, dass die meisten Bläulingsraupen mit Ameisen in einer besonderen Beziehung stehen, die man mit Myrmekophilie bezeichnet (vgl. RUCKSTUHL: 2002, S. 169). Die Raupen besitzen auf ihrem Rücken eine sogenannte “Honigdrüse”, die die Ameisen ähnlich wie bei Läusen solange betrillern, bis diese Drüsen die begehrte Flüssigkeit aussondern. Dagegen ernähren sich die älteren Raupen von Ameisenlarven (vgl. RUCKSTUHL: 2002, S. 165).
In der Regel werden Bläulingseier vereinzelt in die entsprechenden Blütenköpfe abgelegt oder an einer Blattunterseite befestigt. Die Mehrheit der 22 im Naturführer von Ruckstuhl beschriebenen Bläulinge überwintert offenbar als Raupe im Boden oder am Ast bzw. Baumstamm (vgl. RUCKSTUHL: 2002, S. 165 - 175), nur der im Buch erwähnte Steinklee-Bläuling überwintert als Puppe (vgl. RUCKSTUHL: 2002, S. 174). Bläulingsweibchen sind oft weniger stark blaugefärbt, sie haben oft einen braun-blauen Farbton. Die verschiedenen Falter unterscheiden sich oft nur in Details, so haben einige Falter des Bläulings orangefarbene Flecken auf der Flügelunterseite, während andere weiße Fransen an den Flügelrändern besitzen. Manche wiederum haben schwarze Flecken oder ein weniger starkes Blau.
Was heute mehr als barbarisch klingt, dass es doch tatsächlich (sogar unter “Natur-” oder “Tierliebhabern”) weit verbreitet war, Schmetterlinge einzufangen und aufzuspießen und die getöteten Exemplare in einen verglasten Kasten hineinzulegen. Glücklicherweise fange ich die Schönheit der Falter höchstens mit meiner Kamera ein und lasse ihnen ihre Freiheit. Natürlich gilt es auch hier, vorsichtig vorzugehen, da die Schmetterlinge oft sehr schreckhaft sind. Schnelles Wegfliegen kann auch dazu führen, dass sich die Tiere unnötigerweise verletzen, denkt man dabei an ihre zerbrechlichen Flügel. Hat sich z. B. gerade ein Falter auf eine Blüte oder Blatt gesetzt, ist die Wahrscheinlichkeit, meiner Erfahrung nach, mehr als hoch, dass der Schmetterling schnell das Weite sucht, sobald man sich auf das Fotomotiv zubewegt. Findet man allerdings einen ruhenden Falter vor, ist es eher möglich, einige Bilder von ihm zu machen.
So, genug geschrieben. Hier sind nun die ersten Fotos von heute, weitere werden noch folgen, sobald ich die nächsten Insekten bestimmt haben werde:





Gruß,
Silvio Ströver
Benutzte Literatur:
Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Bestimmen, kennenlernen, schützen. 550 Naturfarbfotos vom Autor.
Bindlach: Gondrom Verlag, Lizenzausgabe, 2002, S. 165 - 175.
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Silvio Ströver, Dipl.-Pädagoge
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Mittwoch, 27. Juni 2007
Der Kleine Fuchs (Aglais urticae) unterscheidet sich vom Großen Fuchs durch eine intensive Blaufärbung an den kompletten Flügelrändern aus. Der Große Fuchs, ebenfalls ein Tagfalter wie sein “kleiner” Verwandter, hat dagegen nur schwach ausgeprägte Blaufärbungen, und diese sind für gewöhnlich auch nur an den Hinterflügeln zu sehen.

27.06.2007: Kleiner Fuchs (Aglais urticae)

Der Kleine Fuchs überwintert als Falter und ist ein häufig anzutreffender Europäer. Als gesellige Raupe hält er sich auf Brennnesseln auf (vgl. RUCKSTUHL: 2002, S. 120 - 121). Es ist daher wichtig, im Garten durchaus Brennnesseln stehen zu lassen, damit dieser Schmetterling eine gute Überlebenschance hat.
Der zweite Schmetterling ist auch ein Tagfalter, es handelt sich hier um den Tagpfauenauge (Inachis io).

27.06.2007: Tagpfauenauge (Inachis io) unter Brennnesseln
Häufig kommt das Tagpfauenauge in ganz Europa vor, nur in Nordskandinavien (noch?) nicht. Auch seine Raupe benötigt die Brennnesseln. Und wie der Kleine Fuchs überwintert dieser Schmetterling als Falter. Eine interessante Besonderheit gibt es hier jedoch, und zwar, dass die einzelnen Falter sehr starke Größenunterschiede aufweisen können (vgl. RUCKSTUHL: 2002, S. 123).
Wenn ich mich recht erinnere, ist das für mich das erste, fotografierte Tagpfauenauge überhaupt. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, diesen Falter schon mal bestimmt zu haben. Deswegen freut es mich besonders, wieder eine neue “Foto-Trophäe” hier zeigen zu können. Der Schmetterling ist hier etwas versteckt, nach einem Bild flog er auch schon fort. Daher muss dieses Foto für’s Erste genügen!
Schmetterlinge sind beliebte Motive. Trotzdem denke ich, dass jeder Schmetterling auf seine ganz eigene Art unverwechselbar bleibt.
Gruß,
Silvio Ströver
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Silvio Ströver, Dipl.-Pädagoge
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