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Strövers Naturpaedblog » Kindergarten

Archiv für die Kategorie ‘Kindergarten’

kaufDa unterstützt eine Baum-Pflanz-Aktion!

Dienstag, 30. März 2010

Logo: © http://www.kaufda.de/umwelt - Mach’s  Grün-Veranstaltungskalender von Kaufda

KaufDas Mitmach-Aktion:

Kaufda.de will etwas für die Umwelt tun und hat immerhin 750 Bäume für eine große Pflanzaktion “reserviert”: Den ersten (750) Bloggern wird ein Baum gepflanzt, sofern sie frühzeitig über KaufDas Pflanz-Projekt berichten. Eine Million Bäume sollen im Rahmen dieser Aktion insgesamt neu angepflanzt werden, was Sie hier nachlesen können: http://www.kaufda.de/umwelt/mission

Grafik: © http://www.kaufda.de/umwelt

Grafiken: © http://www.kaufda.de/umwelt

 

 Grafiken: © http://www.kaufda.de/umwelt

Gewichtige Hintergründe:

Aufgrunddessen, dass durchschnittlich 250 kg Papier (!) in deutschen Briefkästen landen, kommt kaufDa zur Erkenntnis, dass der Durschnittsverbraucher doch auf mindestens 33 kg völlig verzichten könnte. Es handelt sich hierbei um Reklame und um Werbeprospekte.

Startseiten-Header: © http://www.kaufda.de/umwelt Startseiten-Header: © http://www.kaufda.de/umwelt

KaufDa bietet dafür einen virtuellen Ersatz an: Sämtliche Prospekte von diversen, regionalen Discountern können Sie auf der folgenden Webseite online einsehen: http://www.kaufda.de/Fundus

Wer meint, auf papierne Broschüren und Reklame-Blättchen verzichten zu können, kann seinen Briefkasten kenntlich machen und sich einen kostenlosen (oder gleich 50!) Stick(s) mit der Aufschrift “Bitte Keine Werbung” bestellen. Gleichzeitig werden auf diese Weise bequem Bäume gerettet und man behält auch noch die Übersicht über seinen Briefkasten!

Hingewiesen sei auch noch auf den “grünen” Veranstaltungskalender, der zahlreiche Tipps beinhaltet, in welcher Region gerade welche Veranstaltungen rund um Naturschutz und Umweltbildung stattfindeen: http://www.kaufda.de/umwelt/kalender/
Einfach auf sich die Karte anzeigen lassen und auf den gewünschten Ort klicken, fertig!

Logo: © http://www.iplantatree.org

Logo: © http://www.iplantatree.org

Zu guter Letzt möchte ich auch den Kooperationspartner von KaufDa nennen: http://www.iplantatree.org
Diese gemeinnützige Organisation schreibt u. a.:

“Unser wichtigstes Ziel: Bäume zu pflanzen. Wenig Verwaltungskosten, keine langwierigen Genehmigungsverfahren – einfach und direkt. Wir konzentrieren uns auf dieses eine Thema. Ein schlanker Ansatz gekoppelt mit der Hoffnung auf viele Mitdenker und Unterstützer…

Noch etwas: Uns geht es nicht um CO2 Neutralisierung Deines Geländewagens. ‘Pflanz Bäume und mach weiter wie bisher’ ist nicht unser Ansatz.
Fahr Fahrrad statt Auto. Dreh die Heizung runter, statt die Temperatur im Winter über das offene Fenster zu regeln. Es reicht auch mal 2 min Dusche statt immer den ganzen Heisswasserspeicher leer laufen zu lassen, bis das ganze Badezimmer im Nebel versinkt. usw.

Quelle: http://www.iplantatree.org/idea.html

Das zeigt, dass der wahre Umweltschutz immer eine zivilgesellschaftliche Basis benötigt. Ob man auf die oben genannte Weise mitmacht oder wie auch immer… Machen Pflanzen Sie mit!

:-D

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

“Kinder sind Wissenschaftler beim Spielen” (Ross)

Sonntag, 28. März 2010

“Kleinkinder sind in hohem Maße an physikalischen, chemischen und biologischen Vorgängen interessiert. Schon als Babys untersuchen sie die Eigenschaften der für sie erreichbaren Objekte, wobei sie z.B. die Schwerkraft entdecken.”

Quelle: http://www.kindergartenpaedagogik.de/1238.html

Dass es sich bei dieser Behauptung nicht um einen schlechten Scherz, sondern um eine empirische Feststellung handelt, können Sie dem interessanten Aufsatz von Martin R. Textor entnehmen, der zudem die Schwierigkeiten und Besonderheiten einiger naturwissenschaftlicher Ansätze im frühpädagogischen Bereich abklopft und schließlich das Projektlernen empfiehlt.

Doch lesen Sie selbst:

Naturwissenschaftliche Bildung im Kindergarten
Martin R. Textor

http://www.kindergartenpaedagogik.de/1238.html

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Ansätze in der Naturpädagogik gut verknüpft

Dienstag, 22. Dezember 2009

2009_12_22_naturpaed_logo.jpg

Grafik: © http://www.wald-und-wiesen.de

Gerade bin ich über eine Berliner Einrichtung gestoßen, die zwei pädagogische Ansätze interessant verknüpft. Einerseits handelt es sich um einen wald- und naturpädagogischen Ansatz, der die Körperwahrnehmung und die Körperbewegung umfasst, andererseits um einen atelier- und werkstattpädagogischen Ansatz, in dem es schwerpunktmäßig um die Verarbeitung des (in der Natur) Erlebten geht.

Das ist eine, wie ich finde, gute Kombination, da tatsächlich zwei wesentliche Aspekte der kindlichen Entwicklung aufgegriffen werden:

Zum Einen lernen Kinder, je jünger, desto wichtiger ist dieser Umstand zu beachten, zunächst über das Konkrete. Das, was sie sehen, was sie hören bzw. direkt (primär) über ihre Sinne wahrnehmen, hilft ihnen, sich selbst und die Umwelt förmlich zu begreifen. Und wer sich im Wald versteckt hat, dort gewandert ist, etwas gebaut oder erklommen hat, wer sich mal ganz bewusst der Natur hingegeben hat mit all seinen Sinnen, der erlebt den Wald noch viel intensiver. Daher ist es sehr gut, wenn Kinder frühzeitig Gelegenheit haben, ihre Sinne z. B. in der Natur zu schulen, es reicht nicht aus, ihnen nur aus einem Tierbuch etwas vorzulesen. Sie nehmen im Wald Tiergeräusche wahr, ahmen diese oder jene nach und erleben, wie weich sich Mooskissen anfühlen. Sie sehen schöne Nacktschnecken oder große Waldameisen, beobachten Rehe oder Kröten, hören den Bach ins Tal hinab plätschern oder riechen das Harz der Bäume. Kinder werden dabei nicht überfordert, denn sie suchen sich das, was sie zum Lernen brauchen, selbst aus. Sie gehen quasi in den Bildungsmarkt “Wald” hinein und nehmen sich die verlockendsten Angebote heraus. So beginnen sich die Hirnverknüpfungen effektiv weiter zu verknüpfen, kurz, das Lernen macht Spaß. Solche Erfahrungen bieten später einmal eine solide Grundlage dafür, zu abstrahieren, schneller Parallelen und Regeln zu erkennen. Wenn ich über viele Vergleichsmöglichkeiten verfüge, kann ich schneller Gemeinsamkeiten und Unregelmäßigkeiten entdecken, Muster erkennen und bin dann immer weniger aus weitere Beispiele angewiesen (Deduktion statt Induktion). Diesen waldpädagogischen Ansatz durch die Betonung des Körpers dermaßen auszugestalten, kommt also der kindlichen Wahrnehmung zugute, die Welt mit den Händen zu fassen, die Welt zu “begreifen”, denn das Kind “denkt” noch viel stärker mit seinem ganzen Körper.

Der zweite Ansatz stillt das kindliche Bedürfnis, sich mitzuteilen. Oft kann das unmittelbar Erlebte nicht, oder manchmal nur schlecht, verbal adäquat  wiedergegeben werden. Besonders den jüngeren Kindern fehlen noch viele Redewendungen und Worte, das Erlebte passend zum Ausdruck zu bringen. Eine künstlerische Ausdrucksmöglichkeit bietet die Chance, dass Kinder alternative Möglichkeiten finden, sich mitzuteilen. Nicht umsonst heißt es, “ein Bild sagt mehr als 1000 Worte”. Wenn Kinder malen, basteln oder sonstwie schöpferisch tätig werden, verfügen sie über zusätzliche Kanäle, ihre Gefühle und ihr Erleben zu zeigen. Alternativ zu diesem kunstpädagogischen Ansatz wären auch ein musikpädagogischer oder ein theaterpädagogische Ansatz denkbar.

Interessant ist auch die Begründung für diese Ansatz-Kombination:

“Mit dem Schwinden natürlicher Bewegungsräume im häuslichen Umfeld der Kinder wird es vor allem im Kindergarten immer wichtiger, dem Spielen im Freien viel Raum zu geben, um unmittelbare körperlich-sinnliche Erfahrungen zu ermöglichen. “

Quelle: http://www.wald-und-wiesen.de/Info_Kita_Konzept_deutsch.html

Die Begründung will also einen Ausgleich schaffen und erhält damit einen kompensatorischen Charakter. Es geht also darum, einen Mangel auszugleichen, einem Defizit zu begegnen.

2009_12_22_naturpaed-kopfthema.jpg

Grafik: © http://www.wald-und-wiesen.de

Viele umwelt- und naturpädagogische Ansätze werden oft auch auch anders begründet. Einerseits wird der Naturpädagogik einen hohen Erlebniswert zu geschrieben. Kindern dürfe man nicht vorenthalten, die Natur mit eigenen Sinnen zu erleben. Hier taucht also ein erlebnispädagogisches Motiv auf, das Kinder miteinbeziehen will.

Eine andere Begründung ähnelt ein wenig der teleologischen Pädagogik der Aufklärung, die das hehre Ziel hatte, gleich eine ganze Menschengattung durch Vernunft und Moral zu verbessern. Über das Erleben der Natur soll also - um es ein wenig platt auszudrücken - eine zukünftige Generation von Baumliebhabern und Umweltschützern “produziert” werden. Möglicherweise handelt es sich auch eher um eine naturpädagogische Variante der Bindungstheorie? Auf jeden Fall geht es darum, irgendwie “bessere” Menschen zu erzielen, die in ein bestimmtes Verhältnis (zur Natur) gesetzt werden sollen. Ist nur die Frage, ob man nicht spätestens an diesem Punkt die Grenzen der Pädagogik überschreitet? Nun, das mag durchaus sein, doch eine Ausrichtung in die Zukunft ist, so denke ich, hier sicher nicht ganz verkehrt.

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

 P.s.:

Ein Paedblog-Beitrag, der Sie interessieren könnte:

http://paedblog.de/2009/04/07/das-kompetente-kind

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Lärm & Umwelt(pädagogik)

Donnerstag, 11. Juni 2009

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Bild: ©  http://www.bzga.de

Umweltpädagogen und all diejenigen, die in der Bildungsarbeit mitwirken, haben die Möglichkeit, sich ein interessantes Medium zu bestellen. Es handelt sich um ein Buch mit dem Titel “Lärm und Gesundheit (5.-10.)”

Auszug der Webseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA):

“Sachinformationen und Vorschläge zur Behandlung der Themen Lärm und Ruhe finden in den Klassen 5 bis 10,
inklusive einer DVD mit Lehrfilm und Bildschirmexperimenten und einer Audio-CD mit 42 Hörbeispielen”

Quelle:

http://www.bzga.de/?uid=d7437bb387b29fb8c2773f9e0d7458c9&id=medien&sid=6&idx=113

Gut ist der Ansatz, Lärm an sich nicht zu verteufeln, sondern ganz klar zu sagen, dass etwas Lautes auch durchaus positiv gesehen werden kann. Denn auch in der Natur sind gerade Geräusche und Stimmen Ausdruck des Lebendigen, es findet Kommunikation statt. Ebenso gehört es zum Menschsein dazu, dass es mal laut zugehen kann, als Ausdruck des menschlichen Daseins und der Lebensfreude. Wo Lautstärke jedoch gewisse Grenzen überschreitet und damit das Ökosystem und auch die menschliche Gesundheit gefährdet, sollte Einhalt geboten werden. Aus umweltpädagogischer (und arbeits-/medizinischer) Sicht gehört also das Wissen um Lärm und Ruhe unbedingt dazu, weswegen ich diese Webseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hier empfehlen möchte:

http://www.bzga.de/?uid=d7437bb387b29fb8c2773f9e0d7458c9&id=medien&sid=6&idx=113

Weitere interessante Links zu diesem Thema aus dem Internet:

Bllv.de: Akustik in der Schule. [PDF] http://www.bllv.de/cms/fileadmin/Dateien/Land-PDF/Aktion/Laerm/BLLV_Laerm_2009_1_10.pdf

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Lärm und Akustik. http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Laerm-und-Akustik/Laerm-und-Akustik.html?__nnn=true&__nnn=true

http://www2.mediclin.de: „Das war früher Musik in meinen Ohren“. Kindergärtnerinnen sind besonders Tinnitus-gefährdet. http://www2.mediclin.de/aktuell/pressearchiv/2006/presse_060616.php

Forumgesundheit.at: Jugendlichen schadet Lärm am Arbeitsplatz.  http://www.forumgesundheit.at/portal/index.html;jsessionid=EDB771D2FEAD0AC38D0CB10B551CC811? ctrl:cmd=render&ctrl:window=forumgesundheitportal.channel_content.cmsWindow&p_menuid=63323&p_tabid=2&p_pubid=634997

Pressetext.de: Lärm gefährdet die Meeresbewohner. Wanderung und Reproduktion von Schiffsgeräuschen gestörthttp://pressetext.de/news/090313025/laerm-gefaehrdet-die-meeresbewohner

Radio108komma8.de: Von der Pressekonferenz zum „Tag gegen Lärm“ http://www.radio108komma8.de/index.php?refme=/radiomacher/archiv.php&queme=act—-8

Sifatipp.de: Lärm gefährdet nicht nur das Gehör.  http://www.sifatipp.de/fachwissen/fachartikel/arbeitsstatten/larm-gefahrdet-nicht-nur-das-gehor

Spiegel.de: Neues Sonar gefährdet Wale und Delfine. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,118191,00.html

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Naturpädagogik ist mehr als nur Biologie

Sonntag, 05. April 2009

  Natur Wissenschaft PädagogikRuda Töbelmann ist als Abteilungsleiterin der Fachschule für Sozialpädagogik an der Beruflichen Schule am Königsweg Kiel (vgl.  http://www.schleswig-holstein.de/Bildung/DE/Service/Broschueren/Kita/NaturWissenschaft Paedagogik,templateId=raw, property=publicationFile.pdf, S. 08) in der Position, die Qualifikation von Erzieherinnen und Erziehern nicht bloß möglicherweise zu beklagen, sondern zu verbessern. Ihr Anliegen ist es u. a., Erzieherinnen und Erzieher für naturwissenschaftliche Themen zu öffnen. Es reiche nicht aus, biologische Sachverhalte zu kennen und diese Vorschulkindern zu vermitteln, sondern es sei notwendig, auch kindliche Erfahrungen zuzulassen, die etwas mit Physik, Technik, Mathematik oder Chemie zu tun haben. Voraussetzung ist aber, eigene Unsicherheit bei angehenden Erzieherinnen und Erziehern zu überwinden. So heißt es weiter im Vorwort (S. 6) der oben angegebenen Pdf-Broschüre, dass die naturwissenschaftliche Bildung mittlerweile auch “fester Bestandteil der ‘Leitlinien zum Bildungsauftrag von Kindertageseinrichtungen des Landes Schleswig-Holstein’” sei.

Der Hintergrund dieser Bemühung, die naturwissenschaftliche Bildung angehender Erzieherinnen und Erziehern zu fördern, wird dadurch erklärt, dass Jugendliche aktuell nur wenig Interesse an naturwissenschaftlichen Themen bzw. Berufen zeigen würden. Es geht also darum, zukünftige Jugendliche für naturwissenschaftlich-technische Berufe vorzubereiten bzw. neugierig zu machen.

Wirtschaftspolitische Motive führen hier also zu einem Versuch, das derzeitige Bildungsgeschehen mit zu erneuern. - Es ist schon interessant, dass heute immer noch eine gewisse Einseitigkeit im gesamten Bildungswesen festzustellen ist. Doch meine ich, dass seit des PISA-Schocks ganz allmählich eine neue Zuwendung zu naturwissenschaftlich-technischen Inhalten & Themen zu beobachten sind. Plötzlich spricht man im Elementarbereich (Kindergarten-, KITA-Bereich) von Kindern als Forscher und Entdecker. Es scheint mir, als ob es momentan einfach nur eine pädagogische Modeerscheinung sei, die irgendwann wieder vorbei sein wird.  Ich würde es bedauern, wenn die aktuellen Bemühungen allgemein wieder abflauen würden, Kinder naturwissenschaftlich zu fördern. Prinzipiell trete ich für eine Bildung ein, die nach allen Seiten hin offen ist und weder das eine noch andere bevorzugt.

Bereits Theodor Litt (vgl. STRÖVER in Strövers Jobcoachblog: 26.11.2006, http://www.jobcoach.stroever.net/2006/11/26/theodor-litt-berufsbildung-fachbildung-menschenbildung) mahnte im Nachkriegsdeutschland an, dass es nicht sein dürfe, dass Schülerinnen und Schüler unvorbereitet in die Berufswelt geschickt würden. Er sah zwar den Widerspruch zwischen technisch-wissenschaftlicher und humanistisch-geprägter Bildung, sprach sich aber dafür aus, diesen Widerspruch als menschlich anzunehmen. So könne eine solide Menschenbildung mit einer beruflichen, wissenschaftlich-technischen Bildung Hand in Hand gehen, da der (dank seiner Menschenbildung) souveräne Mensch (aufgrund seiner beruflichen Fachbildung) über technische Anforderungen entscheiden könne.

Doch die aktuellen Versuche, das Bildungswesen u. a. im vorschulischen Bereich verstärkt naturwissenschaftlichen Inhalten zugänglich zu machen, zeigen mir, dass wir in Deutschland vielleicht noch immer größtenteils das geschichtlich geprägte Vorurteil pflegen, dass eine gute Allgemeinbildung auch ohne naturwissenschaftliche Bildung auskomme.

 

Dietrich Schwanitz: Bildung. Alles, was man wissen muss.
Dietrich Schwanitz: Bildung. Alles, was man wissen muss.

Schwanitz Bestseller “Bildung. Alles, was man wissen muss” zeigt exemplarisch, dass der Geschichte, Literatur, Kunst, Musik, Philosophie, den Ideologien, Theorien, den Sprachen, der Geografie breiten Raum gegeben wird. Kein Wort erfährt die bildungshungrige Leserin bzw. der bildungshungrige Leser über naturwissenschaftliche Themen, obwohl der Autor selbst Bedenken zu äußern scheint, dass die europäische Bildung lange Zeit einseitig durch die Dominanz der nach dem Physiker C. P. Snow benannten “ersten Kultur”  beherrscht wurde. Diese “erste Kultur” meint bei ihm das Literarisch-Humanistische. In einer Rede beklagte der erwähnte Physiker Snow eine (in den 1950ern) bestehende Trennung dieser literarisch-humanistischen Kultur von der zweiten, der technisch-(natur-)wissenschaftlichen Kultur.  Sein Appell, dass Bildung beide Aspekte berücksichtigen sollte, blieb scheinbar jahrzehntelang ungehört (vgl. SCHWANITZ: 1999, S 484-485).

Und wenn man sich die Bildungsgeschichte knapp vergegenwärtigt, scheint klar zu sein, dass diese neuhumanistisch geprägte Bildung, die nach dem Schöngeistigen strebte und fachlich-berufliche Bildung abwehrte, als eine Folge der bürgerlichen Emanzipation zu verstehen ist. Während mittelalterliche Bildung standesgemäß aufgefasst wurde und eher den Charakter einer Tradierung (Weitergabe) des Bewährten aufwies und damit bestehende Gesellschaftsschichten (Feudalismus) erhielt, entwickelte sich in der Neuzeit der Gedanke einer Allgemeinbildung, die m. E. allen Bürgern zukommen sollte.

Die Geringschätzung des Naturwissenschaftlichen beschreibt beispielsweise Ernst Peter Fischer ganz

 

Ernst Peter Fischer: Die andere Bildung. Was man von den Naturwissenschaften wissen sollte.
Ernst Peter Fischer: Die andere Bildung. Was man von den Naturwissenschaften wissen sollte.

plastisch in seinem empfehlenswerten Buch: “Die andere Bildung. Was man von den Naturwissenschaften wissen sollte“: Der Autor erinnert sich an den Tag, an dem er (im Jahre 1966) sein Abiturzeugnis vom theologisch geprägten Schuldirektor empfangen hatte mit den Worten:

“Doch dann gelang es dem Direktor unseres Gymnasiums, der als Theologe promoviert war und Philosophie mit christlichem Einschlag unterrichtete, meine gute Stimmung durch einen merkwürdigen Satz zu verderben: ‘Gute Leistungen in Physik, Chemie oder Biologie sind ja nicht unerwünscht’, so verkündete er, ‘und gute Noten in den Naturwissenschaften sind durchaus erfreulich, aber ob jermand reif ist’, fügte er nach einer kleinen rhetorischen Pause hinzu, den Blick fest auf mich gerichtet, ‘ob jemand reif ist, das erkennt man erst an seiner Deutschnote.’”

Quelle: FISCHER, Ernst Peter: “Die andere Bildung. Was man von den Naturwissenschaften wissen sollte.” Ullstein Verlag: Juni 2003, S. 9.

Fischer beschreibt in seinem Buch nicht nur sein Konzept zur doppelten Bildung, sondern geht geschichtlich auf die moderne, europäische Wissenschaft ein, thematisiert Astrologie und Alchemie, den “Kosmos und seine Grenzen”, behandelt die Atome, den Begriff des Lebens, seinen Ursprung, erklärt die “Idee der biologischen Evolution” und ergänzt dieses Kapitel lobenswerterweise um die Bestimmung ihrer Grenzen. Er geht auf die “Revolution in der Naturwissenschaft” ein, bespricht die “Besonderheiten der Wissenschaft im 20. Jahrhundert” und wagt einen “Ausblick: Wissenschaft als Kunst zu denken”. Spannend geschrieben mit zahlreichen Erläuterungen, warum beispielsweise Licht zugleich wellenartig als auch teilchenförmig begriffen werden kann (FISCHER: 2003, S. 162 ff.).

Wer also wirklich etwas für seine (Allgemein-) Bildung tun möchte, möge mindestens einfach beide Bücher zur Hand nehmen.

 

Natur Wissenschaft Pädagogik
Natur Wissenschaft Pädagogik

Aristoteles soll einmal folgenden Satz geäußert haben:

“Erstaunen ist der Beginn der Naturwissenschaft”.

Mit diesem schönen (hier zitierten) Zitat sind wir wieder bei der oben genannten Broschüre angekommen (S. 7), die damit einleitend die Fähigkeiten der naturwissenschaftlichen Bildung wie folgt benennt:

Ganzheitliches Forschen (Lernen), Herstellen von Kausalbeziehungen (”wenn-dann”), Förderung der kindlichen sensomotorischen Fertigkeiten, Training von Ausdauer, Geduld und Konzentration, soziales Lernen durch Gruppenarbeit (Regeln einhalten lernen), Kommunikationsfähigkeiten werden gestärkt und im Umgang mit diversen Materialien ein kreatives Arbeiten angeregt (vgl.  http://www.schleswig-holstein.de/Bildung/DE/Service/Broschueren/Kita/NaturWissenschaftPaedagogik,templateId=raw,property=publicationFile.pdf , S. 7).

Interessanterweise beherrschen im Kindergarten, den Tim Rohrmann als “Garten der Frauen” bezeichnet haben soll (vgl.  http://www.schleswig-holstein.de/Bildung/DE/Service/Broschueren/Kita/NaturWissenschaftPaedagogik,templateId=raw,property=publicationFile.pdf , S. 8), die Erzieherinnen größtenteils biologische Inhalte, wenn man mal schaut, welche naturwissenschaftliche Bereiche überhaupt vermittelt werden. Physik oder Chemie, aber auch Mathematik oder Technik scheinen kein Thema im der Elementarerziehung zu sein. Auf sokratische (also nicht belehrende) Weise sollen Erzieherinnen und Erzieher unter genauer Beobachtung helfen, Kinder die naturwissenschaftliche Welt begreiflich zu machen. Hilfreich sind dabei die Beschreibungen einiger Experimente (aus den Bereichen “Wasser und Luft”, “Schall und Rauch”, “Licht und Farbe”), anhand derer man gezielt mit Kindern spielerisch (und leicht durchführbar, ab Seite 12) die Welt der Naturwissenschaft entdecken kann. Wer es etwas größer mag, der kann sich die Spiele und Experimente ab Seite 28 anschauen.

So haben Bente Nielsen und Charlotte Schroth als Autorinnen dieser Broschüre deutlich machen können, wieviel Spaß es machen kann, einen wesentlichen Teil der Bildung (eben die Naturwissenschaft) in den Kindergarten zu integrieren. :-)

In diesem Sinne viel Spaß bei der Lektüre und der entsprechenden Umsetzung wünscht

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Benutze Literatur:

BERUFLICHE Schule am Königsweg der Landeshauptstadt Kiel (Hrsg.): Bente Nielsen, Charlotte Schroth: Natur Wissenschaft Pädagogik - Das Infopaket zur naturwissenschaftlichen Bildung im Elementarbereich in Anlehnung an die Fortbildung ‘Versuch macht klug: http://www.schleswig-holstein.de/Bildung/DE/Service/Broschueren/Kita/NaturWissenschaftPaedagogik,templateId=raw,property=publicationFile.pdf Pdf-Datei gelesen am 04.04.2009

FISCHER, Ernst Peter: Die andere Bildung. Was man von den Naturwissenschaften wissen sollte. Ullstein Verlag: Juni 2003.

SCHWANITZ, Dietrich: Bildung. Alles, was man wissen muss. Frankfurt am Main: Eichborn Verlag, Oktober 1999.

STRÖVERS Jobcoachblog: Theodor Litt: Berufsbildung, Fachbildung & Menschenbildung. 26.11.2006, http://www.jobcoach.stroever.net/2006/11/26/theodor-litt-berufsbildung-fachbildung-menschenbildung

Online Handbuch der Kindergartenpädagogik für Natur- und Umweltbildung & JANUN

Montag, 19. Januar 2009

Gerne schaue ich immer wieder mal ins bekannte Online Handbuch der Kindergartenpädagogik, das Martin R. Textor herausgibt. Dort finden Sie im Suchfenster z. B. unter dem Stichwort “Natur” zig Einträge, teils Buchempfehlungen, teils erziehungswissenschaftlich relevante Aufsätze und Artikel zur Naturpädagogik oder zu ökopädagogischen Ansätzen der Früherziehung etc..

Dieses kostenlose Online-Handbuch ist nicht nur für Erziehungswissenschaftler, sondern auch für Erzieher, Eltern, Lehrer, Pädagogen und für alle an Erziehung und Bildung interessierte Leserinnen und Leser gedacht.

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Header-Bild: © http://www.janun.de

Des Weiteren bin ich auf eine Webseite gestoßen, die offenbar von jungen Leuten für junge Leute ist:

Jugendumweltnetzwerk Niedersachsen (JANUN)

http://www.janun.de

Hier erfährt man etwas über den gerade volljährig gewordenen Verein

http://www.janun.de/ueber_uns/selbstdarstellung

Viel Spaß beim Stöbern! :-)

Gruß

Silvio Ströver

Artikel-Import geht weiter

Donnerstag, 01. Januar 2009

“In deinem Blog gibt es aktuell 133 Artikel,(…). Daneben hast du insgesamt 636 Kommentare, davon sind 636 genehmigt, 0 als Spam eingestuft und 0 warten auf Freischaltung.”

133 Artikel im neugegründeten Naturpaedblog, so steht es (im Menü des Administratorenbereichs) geschrieben… In Kürze werden wieder einige Importeinträge dazukommen, da noch immer frühere Blogbeiträge aus dem mittlerweile geschlossenen “Insektumweltpaednetblog” transferiert werden. Somit dürfte dieses Naturpaedblog bald “komplett” sein. Ich hoffe, demnächst schon über umweltpädagogische Ansätze berichten zu können.

Bis dahin wird es weitere Blogartikel über Insekten und selbstproduziertes Fotomaterial zum Teil mit fachlichen Beschreibungen zu den Tieren geben.

Bis dahin

Silvio Ströver

Umweltbildungs-Links aus der Schweiz

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Header-Bildquelle: © http://silviva.ch

Eine interessante Linkssammlung zur schweizer Umweltbildung finden Sie hier:

http://silviva.ch/index.php?option=com_content&task=view&id=125&Itemid=184

Gruß

Silvio Ströver