Sonntag, 28. März 2010
“Kleinkinder sind in hohem Maße an physikalischen, chemischen und biologischen Vorgängen interessiert. Schon als Babys untersuchen sie die Eigenschaften der für sie erreichbaren Objekte, wobei sie z.B. die Schwerkraft entdecken.”
Quelle: http://www.kindergartenpaedagogik.de/1238.html
Dass es sich bei dieser Behauptung nicht um einen schlechten Scherz, sondern um eine empirische Feststellung handelt, können Sie dem interessanten Aufsatz von Martin R. Textor entnehmen, der zudem die Schwierigkeiten und Besonderheiten einiger naturwissenschaftlicher Ansätze im frühpädagogischen Bereich abklopft und schließlich das Projektlernen empfiehlt.
Doch lesen Sie selbst:
Naturwissenschaftliche Bildung im Kindergarten
Martin R. Textor
http://www.kindergartenpaedagogik.de/1238.html
Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge
Tags:2010, Ansätze, Ökologie, Ökopädagogik, Bildung, Empirie, Erziehung, Erziehungswissenschaft, Kind, Kinder, Kindergarten, Kindheit, KITA, lernen, Martin R. Textor, Naturpädagogik, Naturschutz, naturwissenschaftliche Bildung, Pädagogik, Pädagogik der Frühen Kindheit, Pädagogik der Kindheit, Projektlernen, Ross, Strövers Naturpaedblog, Umweltpädagogik, Umweltschutz, Vorschule
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Samstag, 21. November 2009
Wenn Kinder eingeschult werden, darf man nicht den Fehler machen, sie als völlig “unbeschriebene Blätter” bzw. als “tabula rasa” zu sehen. Natürlich stehen sie am Beginn einer langen Schulkarriere und werden viel lernen müssen. Doch selbst 5 - 7-Jährige haben bereits eine Menge Theorien über “Gott und die Welt“. Die Schwierigkeit besteht oft darin, dass kindliche Alltagskonzepte stark von den (natur-)wissenschaftlichen Konzepten, die an der Schule gelehrt werden, abweichen können. Spontan entwickelte Alltagskonzepte resultieren in der Regel aus den primären (eigene Wahrnehmung) oder sekundären (soziales Umfeld) Erfahrungen. Solche induktiv (Rückschluss vom Besonderen auf das Allgemeine) gewonnenen Theorien haben sich beim Kind einmal bewährt und werden nicht ohne Weiteres einfach so aufgegeben. Daher verwundert es nicht, wenn Kinder für Tests oder Klausuren zwar die naturwissenschaftlichen Konzepte formal richtig benutzen und angeben können, aber für ihren “Privatgebrauch” wieder ins ursprüngliche Denkmuster zurückfallen.
Schulisches, naturwissenschaftliches Lernen bedeutet das Hineinführen (= Prozess der Enkulturation) von Kindern in einen Kulturbereich, der vom Alltag der Kinder getrennt ist. Daher ist es notwendig, dass tatsächlich nur “enkulturierte” Personen, also Fachleute, Kinder in die Welt der Naturwissenschaft begleiten. So können langfristig naturwissenschaftliche Konzepte am besten vermittelt werden, die nach und nach individuelle Alltagstheorien ablösen. Solche Konzepte sind dann eher deduktiver Art (Rückschluss vom Allgemeinen auf das Besondere). Doch dieser Prozess verläuft sehr unterschiedlich, während manche Kinder schnell lernen, verharren andere wiederum in subjektiven Denkkategorien, und es geschieht sogar hin und wieder mal, dass Kinder auch einen “kognitiven Rückfall” erleiden oder im Gegenteil (unerwartet) “Sprünge” nach vorn machen.
Kinder haben prinzipiell ein recht konstantes Selbstbild. Dazu bringen sie subjektive, kulturell geprägte prototypische Vorstellungen und eigene Skripte mit. Während die Prototypen Merkmalszuschreibungen für Gegenstände oder Lebewesen (z. B. hält irgendein 5-jähriges Kind ein Wesen mit Fell und vier Beinen stets für einen Hund) meinen, beziehen sich die Skripte auf Merkmalszuschreibungen für Handlungsabläufe (z. B. wie man eine Puppe anzieht oder einen “richtigen” Kuchen backt).
Des Weiteren verfügen Erstklässler in der Regel auch über ein vollständig ausgebildetes Intelligenzprofil, das die linguistische, musikalische, mathematisch-logische, räumliche, körperlich-kinästhetische, soziale und intrapersonale Intelligenzbereiche umfasst. Dabei sind diese Bereiche jeweils unterschiedlich ausgeprägt und miteinander verflochten. Erwachsene meinen jedoch nicht selten, Kinder seien weniger in der Lage, sich kognitiv anzustrengen. Dieser Eindruck rührt jedoch fälschlicherweise auch daher, dass Kinder nicht immer in der Lage sind, ihr Wissen entsprechend sprachlich auszudrücken.
Gerade eingeschulte Kinder denken oft noch in “schwarz-weiß”-Schemata. Entweder ist etwas z. B. “gut” oder “böse”, “schnell” oder “langsam”. Andererseits sind Kinder oft in der Lage, genau zu beobachten. “Kleinkariert” entdecken sie z. B. Ungereimtheiten oder sonstige Dinge, die den Lehrer schon mal ins Schwitzen bringen können. Doch wichtig ist für den Erwachsenen, sich nicht im “Klein-klein” der Kinder vollends zu verlieren und den Überblick zu behalten. Erste Ansätze zu metakognitivem Denken sind ebenfalls schon beim eingeschulten Kind zu beobachten. Dass Kinder also sich selbst Gedanken über ihr Denken machen können, ist nicht ungewöhnlich.
Schließlich verhält es sich so, dass zum Lernen überhaupt auch die Gefühlswelt dazugehört. Emotionen scheinen angeborene, biologische Basisfähigkeiten zu sein, die allerdings durch soziale Lernprozesse komplexer und vielschichtiger werden können. Offenbar ist ein Lernen ohne Emotionen (z. B. durch Hirnschädigungen verursacht) nicht möglich.
Kinder lernen besonders effektiv, wenn sie Lernen mit angenehmen Dingen verbinden: Kinder erleben den Kompetenzzuwachs als ein Gefühl der Stärke, durchschauen zunächst undurchschaubare Dinge auf einmal, erkennen nach und nach, das Schöne, Harmonische oder Gleichmäßige an etwas und fühlen sich schlicht in manchen Lernsituationen wohl. Je angenehmer das Lernen erlebt und in guter Erinnerung behalten wird, desto größer sind die Chancen, dass (auch lernschwache) Kinder erfolgreiche(re) Lerner werden. Lernen macht idealerweise Spaß, wird nicht als mühsam empfunden. -
Dass viele Kinder allerdings im Laufe ihres Schullebens resignieren oder echten Hass auf manche Fächer entwickeln, zeigt, dass gute Schulbildung immer noch ein äußerst schwieriges Geschäft ist.
Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge
Benutzte Literatur:
SCHNEIDER, Ilona; HRUBY, Antonie; PENTZIEN, Sabine: Experimente für kleine Forscher. Komplette Unterrichtseinheit für den naturwissenschaftlichen Anfangsunterricht. Donauwörth: Auer Verlag GmbH, 2008, S. 1-9.
Tags:2009, Ökopädagogik, Denken, Elementar, Eltern, emotional, Emotionen, Entwicklung, Erfolg, Erstklässler, Erzieher, Erzieherin, Erziehung, Erziehungswissenschaft, Forschung, Freude, Gefühle, Grundschule, Hass, Intelligenz, Kind, Kindergarten, kindlich, kindliche Intelligenz, Kognition, kognitiv, Kompetenz, lernen, Lernprozess, Metakognition, Natur, Naturbildung, Naturwissenschaft, Pädagoge, Pädagogik, Pädagogik der Frühen Kindheit, Pädagogik der Kindheit, Pädagogin, Primar, Resignation, Sachkunde, Schüler, Schülerin, Schule, Schulfach, Schulkarriere, Schullaufbahn, Schulleben, Schulpädagogik, Selbstbewusstsein, Spaß, Strövers Naturpaedblog, Umweltbildung, Umweltpädagogik, Unterricht, Wissen, Wissenschaft
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Montag, 02. November 2009

Logo: © http://www.umweltbildung.de
Wer sich über umweltpädagogische Themen auf dem Laufenden halten möchte, kann sich beispielsweise auf der folgenden Webseite regelmäßig umschauen:
http://www.umweltbildung.de
Diesese Webseite betreibt die Arbeitsgemeinschaft Natur und Umweltbildung als der “Dach- und Fachverband der Umweltzentren, Initiativen, AnbieterInnen, FreiberuflerInnen/Selbständigen und weiteren Einzelpersonen, die in der außerschulischen Umweltbildung tätig sind.”
Quelle: http://www.umweltbildung.de/anu.html
Im ökopädNEWS - Archiv finden Sie einige (ältere) kostenlose Broschüren zum Download vor:
http://www.umweltbildung.de/oekopaednews.html
Auf der “Referenten-Börse” können Sie nachlesen, welche Referenten mit welchen umweltpädagogischen Schwerpunkten für diesen Dachverband tätig war bzw. ist. Zudem können Sie bei Interesse sogar mit einzelnen Fachleuten in Kontakt treten:
http://www.umweltbildung.de/referenten_typo3/cgi/referenten.cgi
Des Weiteren gibt es natürlich auch eine interessante Liste mit Links zur Umweltbildung:
http://www.umweltbildung.de/partner_und_links.html
Zusätzlich können Informationen über bereits bestehende Netzwerke bezogen werden:
http://www.umweltbildung.de/anu_netzwerk.html
Weitere Informationen rund um die Umweltbildung laden zu einem virtuellen Besuch ein!
Aus meiner (ökopädagogischen) Sicht sehr empfehlenswert!
Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge
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Montag, 19. Januar 2009
Gerne schaue ich immer wieder mal ins bekannte Online Handbuch der Kindergartenpädagogik, das Martin R. Textor herausgibt. Dort finden Sie im Suchfenster z. B. unter dem Stichwort “Natur” zig Einträge, teils Buchempfehlungen, teils erziehungswissenschaftlich relevante Aufsätze und Artikel zur Naturpädagogik oder zu ökopädagogischen Ansätzen der Früherziehung etc..
Dieses kostenlose Online-Handbuch ist nicht nur für Erziehungswissenschaftler, sondern auch für Erzieher, Eltern, Lehrer, Pädagogen und für alle an Erziehung und Bildung interessierte Leserinnen und Leser gedacht.
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Header-Bild: © http://www.janun.de
Des Weiteren bin ich auf eine Webseite gestoßen, die offenbar von jungen Leuten für junge Leute ist:
Jugendumweltnetzwerk Niedersachsen (JANUN)
http://www.janun.de
Hier erfährt man etwas über den gerade volljährig gewordenen Verein
http://www.janun.de/ueber_uns/selbstdarstellung
Viel Spaß beim Stöbern!
Gruß
Silvio Ströver
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Dienstag, 22. Juli 2008
Ständig gibt es logischerweise neue Wordpress-Versionen und jedes Weblog will vernünftig gepflegt und auf den neuesten Stand gebracht werden. Um mir die Arbeit zukünftig zu erleichtern, habe ich beschlossen, das Umweltpaednetblog und das Insektumweltpaednetblog zu einem neuen Naturpaedblog: http://natur.paedblog.de zusammenzufassen.
Auch andere Weblogs (Therapaedblog, Relipaedblog, Sozialpaedblog) werden sich mehr oder weniger im bewährten Paedblog wiederfinden.
Lediglich das neue Jobcoachblog wird in seiner bisherigen Form weiterhin bestehen bleiben. Auch das interne Forum, das mal für den beruflichen Austausch von zig Kollegen eingerichtet wurde, bleibt erst einmal erhalten.
Das in aller Kürze
…und bis in Kürze,
Gruß,
Silvio Ströver
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