Artikel mit ‘Pädagogik’ getagged
Samstag, 21. November 2009
Wenn Kinder eingeschult werden, darf man nicht den Fehler machen, sie als völlig “unbeschriebene Blätter” bzw. als “tabula rasa” zu sehen. Natürlich stehen sie am Beginn einer langen Schulkarriere und werden viel lernen müssen. Doch selbst 5 - 7-Jährige haben bereits eine Menge Theorien über “Gott und die Welt“. Die Schwierigkeit besteht oft darin, dass kindliche Alltagskonzepte stark von den (natur-)wissenschaftlichen Konzepten, die an der Schule gelehrt werden, abweichen können. Spontan entwickelte Alltagskonzepte resultieren in der Regel aus den primären (eigene Wahrnehmung) oder sekundären (soziales Umfeld) Erfahrungen. Solche induktiv (Rückschluss vom Besonderen auf das Allgemeine) gewonnenen Theorien haben sich beim Kind einmal bewährt und werden nicht ohne Weiteres einfach so aufgegeben. Daher verwundert es nicht, wenn Kinder für Tests oder Klausuren zwar die naturwissenschaftlichen Konzepte formal richtig benutzen und angeben können, aber für ihren “Privatgebrauch” wieder ins ursprüngliche Denkmuster zurückfallen.
Schulisches, naturwissenschaftliches Lernen bedeutet das Hineinführen (= Prozess der Enkulturation) von Kindern in einen Kulturbereich, der vom Alltag der Kinder getrennt ist. Daher ist es notwendig, dass tatsächlich nur “enkulturierte” Personen, also Fachleute, Kinder in die Welt der Naturwissenschaft begleiten. So können langfristig naturwissenschaftliche Konzepte am besten vermittelt werden, die nach und nach individuelle Alltagstheorien ablösen. Solche Konzepte sind dann eher deduktiver Art (Rückschluss vom Allgemeinen auf das Besondere). Doch dieser Prozess verläuft sehr unterschiedlich, während manche Kinder schnell lernen, verharren andere wiederum in subjektiven Denkkategorien, und es geschieht sogar hin und wieder mal, dass Kinder auch einen “kognitiven Rückfall” erleiden oder im Gegenteil (unerwartet) “Sprünge” nach vorn machen.
Kinder haben prinzipiell ein recht konstantes Selbstbild. Dazu bringen sie subjektive, kulturell geprägte prototypische Vorstellungen und eigene Skripte mit. Während die Prototypen Merkmalszuschreibungen für Gegenstände oder Lebewesen (z. B. hält irgendein 5-jähriges Kind ein Wesen mit Fell und vier Beinen stets für einen Hund) meinen, beziehen sich die Skripte auf Merkmalszuschreibungen für Handlungsabläufe (z. B. wie man eine Puppe anzieht oder einen “richtigen” Kuchen backt).
Des Weiteren verfügen Erstklässler in der Regel auch über ein vollständig ausgebildetes Intelligenzprofil, das die linguistische, musikalische, mathematisch-logische, räumliche, körperlich-kinästhetische, soziale und intrapersonale Intelligenzbereiche umfasst. Dabei sind diese Bereiche jeweils unterschiedlich ausgeprägt und miteinander verflochten. Erwachsene meinen jedoch nicht selten, Kinder seien weniger in der Lage, sich kognitiv anzustrengen. Dieser Eindruck rührt jedoch fälschlicherweise auch daher, dass Kinder nicht immer in der Lage sind, ihr Wissen entsprechend sprachlich auszudrücken.
Gerade eingeschulte Kinder denken oft noch in “schwarz-weiß”-Schemata. Entweder ist etwas z. B. “gut” oder “böse”, “schnell” oder “langsam”. Andererseits sind Kinder oft in der Lage, genau zu beobachten. “Kleinkariert” entdecken sie z. B. Ungereimtheiten oder sonstige Dinge, die den Lehrer schon mal ins Schwitzen bringen können. Doch wichtig ist für den Erwachsenen, sich nicht im “Klein-klein” der Kinder vollends zu verlieren und den Überblick zu behalten. Erste Ansätze zu metakognitivem Denken sind ebenfalls schon beim eingeschulten Kind zu beobachten. Dass Kinder also sich selbst Gedanken über ihr Denken machen können, ist nicht ungewöhnlich.
Schließlich verhält es sich so, dass zum Lernen überhaupt auch die Gefühlswelt dazugehört. Emotionen scheinen angeborene, biologische Basisfähigkeiten zu sein, die allerdings durch soziale Lernprozesse komplexer und vielschichtiger werden können. Offenbar ist ein Lernen ohne Emotionen (z. B. durch Hirnschädigungen verursacht) nicht möglich.
Kinder lernen besonders effektiv, wenn sie Lernen mit angenehmen Dingen verbinden: Kinder erleben den Kompetenzzuwachs als ein Gefühl der Stärke, durchschauen zunächst undurchschaubare Dinge auf einmal, erkennen nach und nach, das Schöne, Harmonische oder Gleichmäßige an etwas und fühlen sich schlicht in manchen Lernsituationen wohl. Je angenehmer das Lernen erlebt und in guter Erinnerung behalten wird, desto größer sind die Chancen, dass (auch lernschwache) Kinder erfolgreiche(re) Lerner werden. Lernen macht idealerweise Spaß, wird nicht als mühsam empfunden. -
Dass viele Kinder allerdings im Laufe ihres Schullebens resignieren oder echten Hass auf manche Fächer entwickeln, zeigt, dass gute Schulbildung immer noch ein äußerst schwieriges Geschäft ist.
Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge
Benutzte Literatur:
SCHNEIDER, Ilona; HRUBY, Antonie; PENTZIEN, Sabine: Experimente für kleine Forscher. Komplette Unterrichtseinheit für den naturwissenschaftlichen Anfangsunterricht. Donauwörth: Auer Verlag GmbH, 2008, S. 1-9.
Tags:2009, Ökopädagogik, Denken, Elementar, Eltern, emotional, Emotionen, Entwicklung, Erfolg, Erstklässler, Erzieher, Erzieherin, Erziehung, Erziehungswissenschaft, Forschung, Freude, Gefühle, Grundschule, Hass, Intelligenz, Kind, Kindergarten, kindlich, kindliche Intelligenz, Kognition, kognitiv, Kompetenz, lernen, Lernprozess, Metakognition, Natur, Naturbildung, Naturwissenschaft, Pädagoge, Pädagogik, Pädagogik der Frühen Kindheit, Pädagogik der Kindheit, Pädagogin, Primar, Resignation, Sachkunde, Schüler, Schülerin, Schule, Schulfach, Schulkarriere, Schullaufbahn, Schulleben, Schulpädagogik, Selbstbewusstsein, Spaß, Strövers Naturpaedblog, Umweltbildung, Umweltpädagogik, Unterricht, Wissen, Wissenschaft
Veröffentlicht in 2008, 2009, Begriffe, Benutzte Literatur, Besonderheiten, Bildung, Emotionale Entwicklung, Erziehungswissenschaft, Forschung und Wissenschaft, Gut Ding will Weile haben.., Intelligenz, Kinderarbeit, Kindgerechtes, Kindheit, Kindliche Kompetenzen, Kindliche Wahrnehmung, Klein anfangen!, Metakognition, Naturpädagogik, Naturwissenschaft, Pädagogik, Pädagogik der Frühen Kindheit, Pädagogik der Kindheit, Schulpädagogik, Spielerisch die Natur erkunden!, Strövers Naturpaedblog, Strövers Seiten, Umweltbildung, Umweltpädagogik, Waldpädagogik, Was sagt die Wissenschaft?, Wissen, Wissenstipps, menschlich, Ökopädagogik | 2 Kommentare »
Montag, 02. November 2009

Logo: © http://www.umweltbildung.de
Wer sich über umweltpädagogische Themen auf dem Laufenden halten möchte, kann sich beispielsweise auf der folgenden Webseite regelmäßig umschauen:
http://www.umweltbildung.de
Diesese Webseite betreibt die Arbeitsgemeinschaft Natur und Umweltbildung als der “Dach- und Fachverband der Umweltzentren, Initiativen, AnbieterInnen, FreiberuflerInnen/Selbständigen und weiteren Einzelpersonen, die in der außerschulischen Umweltbildung tätig sind.”
Quelle: http://www.umweltbildung.de/anu.html
Im ökopädNEWS - Archiv finden Sie einige (ältere) kostenlose Broschüren zum Download vor:
http://www.umweltbildung.de/oekopaednews.html
Auf der “Referenten-Börse” können Sie nachlesen, welche Referenten mit welchen umweltpädagogischen Schwerpunkten für diesen Dachverband tätig war bzw. ist. Zudem können Sie bei Interesse sogar mit einzelnen Fachleuten in Kontakt treten:
http://www.umweltbildung.de/referenten_typo3/cgi/referenten.cgi
Des Weiteren gibt es natürlich auch eine interessante Liste mit Links zur Umweltbildung:
http://www.umweltbildung.de/partner_und_links.html
Zusätzlich können Informationen über bereits bestehende Netzwerke bezogen werden:
http://www.umweltbildung.de/anu_netzwerk.html
Weitere Informationen rund um die Umweltbildung laden zu einem virtuellen Besuch ein!
Aus meiner (ökopädagogischen) Sicht sehr empfehlenswert!
Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge
Tags:Abo, Öko, ökopäd, Bildung, Bio, Erziehungswissenschaft, Informationen, lernen, Medien, Nachrichten, Naturpädagogik, Newsletter, Pädagogik, Pdf, Umweltbildung, Umweltpolitik
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Montag, 19. Januar 2009
Gerne schaue ich immer wieder mal ins bekannte Online Handbuch der Kindergartenpädagogik, das Martin R. Textor herausgibt. Dort finden Sie im Suchfenster z. B. unter dem Stichwort “Natur” zig Einträge, teils Buchempfehlungen, teils erziehungswissenschaftlich relevante Aufsätze und Artikel zur Naturpädagogik oder zu ökopädagogischen Ansätzen der Früherziehung etc..
Dieses kostenlose Online-Handbuch ist nicht nur für Erziehungswissenschaftler, sondern auch für Erzieher, Eltern, Lehrer, Pädagogen und für alle an Erziehung und Bildung interessierte Leserinnen und Leser gedacht.
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Header-Bild: © http://www.janun.de
Des Weiteren bin ich auf eine Webseite gestoßen, die offenbar von jungen Leuten für junge Leute ist:
Jugendumweltnetzwerk Niedersachsen (JANUN)
http://www.janun.de
Hier erfährt man etwas über den gerade volljährig gewordenen Verein
http://www.janun.de/ueber_uns/selbstdarstellung
Viel Spaß beim Stöbern!
Gruß
Silvio Ströver
Tags:2009, Ansätze, Erziehungswissenschaft, Forschung, Frühpädagogik, JANUN, Jugend, Jugendarbeit, Jugendumweltnetzwerk Niedersachsen, Kindergartenpädagogik - Online-Handbuch, kostenlos, Martin R. Textor, Natur, Natur- & Umweltbildung, Naturwissenschaft, Pädagogik, Pädagogik der Frühen Kindheit, Pädagogik der Kindheit, Spiele, Strövers Naturpaedblog, Waldkindergarten, Wissenschaft
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Dienstag, 22. Juli 2008
Ständig gibt es logischerweise neue Wordpress-Versionen und jedes Weblog will vernünftig gepflegt und auf den neuesten Stand gebracht werden. Um mir die Arbeit zukünftig zu erleichtern, habe ich beschlossen, das Umweltpaednetblog und das Insektumweltpaednetblog zu einem neuen Naturpaedblog: http://natur.paedblog.de zusammenzufassen.
Auch andere Weblogs (Therapaedblog, Relipaedblog, Sozialpaedblog) werden sich mehr oder weniger im bewährten Paedblog wiederfinden.
Lediglich das neue Jobcoachblog wird in seiner bisherigen Form weiterhin bestehen bleiben. Auch das interne Forum, das mal für den beruflichen Austausch von zig Kollegen eingerichtet wurde, bleibt erst einmal erhalten.
Das in aller Kürze
…und bis in Kürze,
Gruß,
Silvio Ströver
Tags:1. Blogeintrag im Naturpaedblog!, 2006, 2007, 2008, Blogtransfer, Erziehungswissenschaft, Jobcoach Ströver, Pädagogik, Strövers Naturpaedblog, Strövers Paedblog, Strövers Relipaedblog, Strövers Sozialpaedblog, Strövers Therapaedblog, Umweltpädagogik, Umweltschutz
Veröffentlicht in 2006, 2007, 2008, Dortmund, Es kommt immer anders..., Forschung und Wissenschaft, Fotogene Umweltpädblog, Für einen guten Zweck, Klein anfangen!, Lesenswert, Links, Makrofotografie, Multimedia, Natur, Naturfotografie, Neu!, Sehenswert!, Stand der Dinge!, Strövers Ankündigung, Strövers Blogstart, Strövers Fotogene Umweltpädnetblog, Strövers Insektenpädblog, Strövers Naturpaedblog, Strövers Seiten, Strövers Umweltpädagogische Webseite, Strövers Umweltpädnetblog, Technische Probleme, Technisches, Umweltpädagogik, WICHTIG!, Weblogs & Homepages, Wordpress, umwelt.paed.net - fotogen, umweltpaed.net | 358 Kommentare »
Sonntag, 20. April 2008
Wie schon im Insektumweltpaednetblog bereits geschehen, habe ich auch hier einen Link eingefügt, der für Kinder interessant sein können. Milkmoon.de ist offenbar eine kostenlose Suchmaschine für Kinder, mit deren Hilfe Kinder auch zum Begriff “Umweltschutz” gezielt Informationen, Geschichten und sonstige Web-Inhalte - gefahrlos und kindgerecht aufbereitet - finden können.
http://www.milkmoon.de/themen/erdeweltraum/umweltschutz
Silvio Ströver, Dipl.-Pädagoge
WICHTIGER Nachtrag (vom 18.09.2008):
Der obenstehende Blogbeitrag befand sich zuerst im “Umweltpaednetblog”, das aus blogarbeitstechnischen Gründen inzwischen nicht mehr weitergepflegt wird. Daher wurde dieser Artikel ins neue Naturpaedblog transferiert. Heute (18.09.2008) habe ich nachträglich einige Aktualisierungen bzw. Korrekturen vorgenommen (Tags und Blog-Kategorien eingefügt und den Text korrigiert).
Ab sofort werden meine diversen umweltpädagogisch-relevanten Blogbeiträge allesamt hier im Naturpaedblog erscheinen, das am 22.07.2008 gegründet wurde: http://natur.paedblog.de/2008/07/22/weblog-fusion-in-kuerze
Gruß, Silvio Ströver
Tags:2008, für Kinder, Medienkompetenz, Milkmoon, Pädagogik, sicher surfen, Suchmaschine
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Sonntag, 15. Juli 2007
Mit Hilfe pädagogischer Nachschlagewerke bemühte ich mich in der Rubrik “Links - Begriffe“, * (Linkänderung vom 10.10.2008: http://natur.paedblog.de/terminologie-begriffe) einige zentrale Begriffe wie z. B. “Umweltpädagogik” oder “Umwelterziehung” zu beschreiben. Die jeweils benutzten Quellen habe ich mit angegeben.
Es ging mir u. a. darum, die verschiedenen Lexikon-Einträge in eigenen Worten wiederzugeben als auch darum, auf diese Weise verstärkt eigenen Inhalt, wenn auch stark an den jeweiligen Texten angelehnt, zu präsentieren.
Des Weiteren habe ich einige Links überarbeitet und neu hinzugefügt.
Gruß,
Silvio Ströver
Nachtrag vom 10.10.2008:
Inzwischen wurde meine frühere umweltpädagogische Webseite nach einer längeren Testphase durch das neugegründete Naturpaedblog ersetzt. Daher wurden der obenstehende Artikel hier ins Naturpaedblog übertragen und die Links nach Möglichkeit aktualisiert. -
Inzwischen habe ich darüber hinaus viele weitere Blogeinträge im Paedblog-Archiv überarbeitet, da oftmals auch dort angegebene Links nicht mehr aktuell waren. Hinzu kommt, dass die die neuere Wordpress-Weblogsoftware die Eingabe von Tags ermöglicht, mit deren Hilfe Blogbeiträge im Internet schneller wiedergefunden werden können. Zudem ist der ein oder andere Blogbeitrag aus früheren - nicht mehr weitergeführten - Weblogs bzw. von älteren Webseiten entnommen worden dank der nicht-wirklich-funktionierenden Wordpress-Import-Funktion. Schließlich habe ich einige neue Blogkategorien gebildet, um Blogbeiträge thematisch besser zuzuordnen bzw. damit diese schnell vom Blogleser in der Kategorie-Rubrik bzw. im Blogarchiv gefunden werden können.
Ansonsten viel Spaß beim Stöbern im Naturpaedblog-Archiv!
Gruß,
Silvio Ströver, Dipl.-Pädagoge
Tags:2007, 2008, Ökologisches Lernen, Ökopädagogik, Begriffe, Bio, Blogtechnisches, Blogtransfer, Fachbegriffe, naturbelassen, Naturbildung, Naturschutz, Pädagogik, Strövers Naturpaedblog, Strövers Umweltpädagogische Webseite, Terminologie, Terminus, Umwelt, Umweltdatenbank, Umwelterziehung, Umweltpolitik, Umweltschutz
Veröffentlicht in 2007, 2008, Aufklärung & Prävention!, Begriffe, Benutzte Literatur, Bio, Dokumentation, Etymologie, Fauna, Flora, Forschung und Wissenschaft, Für einen guten Zweck, Gut Ding will Weile haben.., Insekten, Internationales, Klein anfangen!, Klimawandel, Kostenlose Besichtigung, Lesenswert, Links, Literatur, Natur, Neu!, Politisches, Stand der Dinge!, Strövers Ankündigung, Strövers Naturpaedblog, Strövers Seiten, Strövers Umweltpädagogische Webseite, Strövers umweltpädagogisches Lexikon, Technisches, Tierschutz, Transferierter Eintrag, Umweltpädagogik, Umweltschutz, WICHTIG!, Waldpädagogik, Was sagt die Wissenschaft?, Weblogs & Homepages, Wissen, Wissenstipps, Wordpress, Zivilgesellschaft stärken!, umweltpaed.net | Keine Kommentare »
Samstag, 30. Juni 2007
Heute ist mir förmlich ein Exemplar des Bläulings, so heißen die blauen, europäischen Tagfalter, vor die Linse geflattert. Da es naheszu 100 Bläulingsarten gibt, von denen allerdings nur rund 50 % -zumeist Männchen - wirklich blau sind (vgl. RUCKSTUHL: 2002, S. 165), ist es mir nicht ohne Weiteres möglich, den folgenden Bläuling näher zu bestimmen. Bei der Betrachtung der vielen Fotos in verschiedenen Naturführern sehe ich inzwischen so gut wie keine Unterschiede zwischen den dargestellten Bläulingen, irgendwann sieht man vermutlich den Wald vor lauter Bäumen nicht. Interessant ist jedoch, dass die meisten Bläulingsraupen mit Ameisen in einer besonderen Beziehung stehen, die man mit Myrmekophilie bezeichnet (vgl. RUCKSTUHL: 2002, S. 169). Die Raupen besitzen auf ihrem Rücken eine sogenannte “Honigdrüse”, die die Ameisen ähnlich wie bei Läusen solange betrillern, bis diese Drüsen die begehrte Flüssigkeit aussondern. Dagegen ernähren sich die älteren Raupen von Ameisenlarven (vgl. RUCKSTUHL: 2002, S. 165).
In der Regel werden Bläulingseier vereinzelt in die entsprechenden Blütenköpfe abgelegt oder an einer Blattunterseite befestigt. Die Mehrheit der 22 im Naturführer von Ruckstuhl beschriebenen Bläulinge überwintert offenbar als Raupe im Boden oder am Ast bzw. Baumstamm (vgl. RUCKSTUHL: 2002, S. 165 - 175), nur der im Buch erwähnte Steinklee-Bläuling überwintert als Puppe (vgl. RUCKSTUHL: 2002, S. 174). Bläulingsweibchen sind oft weniger stark blaugefärbt, sie haben oft einen braun-blauen Farbton. Die verschiedenen Falter unterscheiden sich oft nur in Details, so haben einige Falter des Bläulings orangefarbene Flecken auf der Flügelunterseite, während andere weiße Fransen an den Flügelrändern besitzen. Manche wiederum haben schwarze Flecken oder ein weniger starkes Blau.
Was heute mehr als barbarisch klingt, dass es doch tatsächlich (sogar unter “Natur-” oder “Tierliebhabern”) weit verbreitet war, Schmetterlinge einzufangen und aufzuspießen und die getöteten Exemplare in einen verglasten Kasten hineinzulegen. Glücklicherweise fange ich die Schönheit der Falter höchstens mit meiner Kamera ein und lasse ihnen ihre Freiheit. Natürlich gilt es auch hier, vorsichtig vorzugehen, da die Schmetterlinge oft sehr schreckhaft sind. Schnelles Wegfliegen kann auch dazu führen, dass sich die Tiere unnötigerweise verletzen, denkt man dabei an ihre zerbrechlichen Flügel. Hat sich z. B. gerade ein Falter auf eine Blüte oder Blatt gesetzt, ist die Wahrscheinlichkeit, meiner Erfahrung nach, mehr als hoch, dass der Schmetterling schnell das Weite sucht, sobald man sich auf das Fotomotiv zubewegt. Findet man allerdings einen ruhenden Falter vor, ist es eher möglich, einige Bilder von ihm zu machen.
So, genug geschrieben. Hier sind nun die ersten Fotos von heute, weitere werden noch folgen, sobald ich die nächsten Insekten bestimmt haben werde:





Gruß,
Silvio Ströver
Benutzte Literatur:
Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Bestimmen, kennenlernen, schützen. 550 Naturfarbfotos vom Autor.
Bindlach: Gondrom Verlag, Lizenzausgabe, 2002, S. 165 - 175.
Nachtrag vom 02.01.2009:
Das frühere “Insektumweltpaednetblog” wird - wie vor einiger Zeit bereits angekündigt -nach einem längeren Testlauf nicht mehr weitergeführt. Die Blogbeiträge gehen daher ins neugegründete Naturpaedblog über. Folglich müssen Fotos neu hochgeladen und Links gegebenfalls repariert bzw. neu angepasst werden. -
Inzwischen habe ich bereits viele Blogeinträge im Paedblog-Archiv und im Jobcoachblog-Archiv überarbeitet, da auch hier durch eine Neustrukturierung der Bloginhalte oftmals angegebene Links nicht mehr aktuell waren. Zudem ermöglicht die neuere Wordpress-Weblogsoftware die Eingabe von Tags, mit deren Hilfe Blogbeiträge im Internet schneller wiedergefunden werden können. Des Weiteren ist der ein oder andere Blogbeitrag aus früheren - nicht mehr existierenden - Weblogs bzw. von älteren Webseiten entnommen worden dank der nicht-wirklich-funktionierenden Wordpress-Import-Funktion. Schließlich habe ich einige neue Blogkategorien gebildet, um Blogbeiträge thematisch besser zuzuordnen, damit diese schnell vom Blogleser in der Kategorie-Rubrik bzw. im Blogarchiv gefunden werden.
Ansonsten viel Spaß beim Stöbern im Naturpaedblog-Archiv!
Gruß,
Silvio Ströver, Dipl.-Pädagoge
Tags:2007, 2009, aufspießen, Biologie, Blogtechnisches, Blogtransfer, Dortmund, Entomologie, Falter, Foto, Insektenführer, Kamera, Liebhaber, Natur, Naturfotografie, NRW, Pädagogik, Raupe, Ruhrgebiet, Sammler, Schmetterling, Schmetterlingsführer, Strövers Insektumweltpaednetblog, Strövers Naturpaedblog, Tagfalter, töten, Thomas Ruckstuhl, Tierschutz, Umwelt, Vitrine
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Sonntag, 08. April 2007
Heute startet endlich das “Fotogene Umweltpäd-Blog”.
Auch hier gilt es, die Form und Gestaltung hinzubekommen, indem ich z. B. eine “Recent Comments”-Kategorie hinzufüge, die die zuletzt verfassten Kommentare der Blog-Besucher anzeigen wird, wie auch eine Rubrik namens “Recent Trackbacks”, die die Beiträge andeuten wird, die sich auf meine Blogeinträge hier beziehen.
Ansonsten möchte ich hier natürlich auch einen entsprechenden, farblichen Hintergrund einbauen, und werde dazu ein entsprechendes “Theme” in die Blogsoftware auf meinem Server 1&1 einfügen.
Schließlich gilt es, thematisch passende Links anzubringen, die irgendwie mit Naturfotografie (besonders Makroaufnahmen von Insekten) zu tun haben.
Als (Diplom-) Pädagoge ist es mir wichtig, auch aus umweltpädagogischen Motiven heraus Fotos zu zeigen, um z. B. “Ekelgefühle” beim Betrachter abzubauen oder aufzuzeigen, dass auch die kleine Tier- und Pflanzenwelt schützenswert und wichtig ist.
Gruß,
Silvio Ströver
Nachtrag (vom 27.08.2008):
Inzwischen gibt es das “Fotogene Umweltpaednetblog” nicht mehr (siehe Blogeintrag vom 17.03.2008: http://natur.paedblog.de/2008/03/17/loeschung-des-fotogenen-umweltpaednetblogs). Alle umweltpädagogische Blogbeiträge werden nun im Naturpaedblog vorzufinden sein, das am 22.07.2008 ins Netz gestellt wurde.
Gruß
Silvio Ströver
Tags:Fotogenes Umweltpaednetblog, Naturfotografie, Pädagogik, Strövers Naturpaedblog, Weblog, Wordpress
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Sonntag, 01. April 2007
Die “Entsorgung Dortmund GmbH“, kurz EDG genannt, kümmert sich in Dortmund darum, dass Müll keine Chance hat. Doch daneben bietet die EDG allen pädagogischen Einrichtungen kostenlose Besichtigungen und Material (zur Ausleihe) an, das z. B. im Unterricht eingesetzt werden kann, um konkrete Umweltpädagogik zu vermitteln. Der folgende Link lädt Kinder ein, Ausdrucke zu bemalen: http://www.edg-dortmund.de/DWD/_111327/upload/media_3698.pdf
Daneben verweist die EDG auf die werbewirksame Aktion “Sauberes Dortmund”.
Wer übrigens Interesse hat, im Team der organisierten Sauberkeit mitzuwirken, kann sich gleich hier bewerben.
Umweltschutz hat oft mit der fachgerechten Entsorgung zu tun, viel besser als jede Entsorgung ist jedoch die Müllvermeidung.
Pädagogisch relevant ist also hier die Botschaft, dass Müllvermeidung erste Priorität hat. Falls Abfall jedoch entsteht, muss die professionelle Entsorgung Schlimmeres vermeiden. Es ist zwar fraglich, ob, global gesehen, der Müll in den Griff zu bekommen ist, jedoch kann man lokal (fast) alles tun, um wenigstens einen kleinen Schritt in die richtige Richtung zu gehen.
Wenn Kinder also von Erwachsenen vorgelebt bekommen, “müll-arm” zu leben und “müll-klug” umzugehen, sind gute Chancen da, dass aus kleinen Konsumenten große “Müll-Männer” und “-Frauen” werden.
Gruß,
Silvio Ströver
Nachtrag (vom 27.08.2008):
Der obenstehende Blogbeitrag befand sich zuerst im “Umweltpaednetblog”, das inzwischen nicht mehr weitergeführt wird. Ab sofort werden nicht nur die wichtigsten Alteinträge aus meinen verschiedenen umweltpädagogischen Weblogs hierher transferiert, sondern es werden zukünftig alle umweltpädagogisch-relevanten Blogbeiträge hier im Naturpaedblog erscheinen, das am 22.07.2008 neu gegründet wurde: http://natur.paedblog.de/2008/07/22/weblog-fusion-in-kuerze
Gruß
Silvio Ströver
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