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Ansätze in der Naturpädagogik gut verknüpft

Dienstag, 22. Dezember 2009

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Grafik: © http://www.wald-und-wiesen.de

Gerade bin ich über eine Berliner Einrichtung gestoßen, die zwei pädagogische Ansätze interessant verknüpft. Einerseits handelt es sich um einen wald- und naturpädagogischen Ansatz, der die Körperwahrnehmung und die Körperbewegung umfasst, andererseits um einen atelier- und werkstattpädagogischen Ansatz, in dem es schwerpunktmäßig um die Verarbeitung des (in der Natur) Erlebten geht.

Das ist eine, wie ich finde, gute Kombination, da tatsächlich zwei wesentliche Aspekte der kindlichen Entwicklung aufgegriffen werden:

Zum Einen lernen Kinder, je jünger, desto wichtiger ist dieser Umstand zu beachten, zunächst über das Konkrete. Das, was sie sehen, was sie hören bzw. direkt (primär) über ihre Sinne wahrnehmen, hilft ihnen, sich selbst und die Umwelt förmlich zu begreifen. Und wer sich im Wald versteckt hat, dort gewandert ist, etwas gebaut oder erklommen hat, wer sich mal ganz bewusst der Natur hingegeben hat mit all seinen Sinnen, der erlebt den Wald noch viel intensiver. Daher ist es sehr gut, wenn Kinder frühzeitig Gelegenheit haben, ihre Sinne z. B. in der Natur zu schulen, es reicht nicht aus, ihnen nur aus einem Tierbuch etwas vorzulesen. Sie nehmen im Wald Tiergeräusche wahr, ahmen diese oder jene nach und erleben, wie weich sich Mooskissen anfühlen. Sie sehen schöne Nacktschnecken oder große Waldameisen, beobachten Rehe oder Kröten, hören den Bach ins Tal hinab plätschern oder riechen das Harz der Bäume. Kinder werden dabei nicht überfordert, denn sie suchen sich das, was sie zum Lernen brauchen, selbst aus. Sie gehen quasi in den Bildungsmarkt “Wald” hinein und nehmen sich die verlockendsten Angebote heraus. So beginnen sich die Hirnverknüpfungen effektiv weiter zu verknüpfen, kurz, das Lernen macht Spaß. Solche Erfahrungen bieten später einmal eine solide Grundlage dafür, zu abstrahieren, schneller Parallelen und Regeln zu erkennen. Wenn ich über viele Vergleichsmöglichkeiten verfüge, kann ich schneller Gemeinsamkeiten und Unregelmäßigkeiten entdecken, Muster erkennen und bin dann immer weniger aus weitere Beispiele angewiesen (Deduktion statt Induktion). Diesen waldpädagogischen Ansatz durch die Betonung des Körpers dermaßen auszugestalten, kommt also der kindlichen Wahrnehmung zugute, die Welt mit den Händen zu fassen, die Welt zu “begreifen”, denn das Kind “denkt” noch viel stärker mit seinem ganzen Körper.

Der zweite Ansatz stillt das kindliche Bedürfnis, sich mitzuteilen. Oft kann das unmittelbar Erlebte nicht, oder manchmal nur schlecht, verbal adäquat  wiedergegeben werden. Besonders den jüngeren Kindern fehlen noch viele Redewendungen und Worte, das Erlebte passend zum Ausdruck zu bringen. Eine künstlerische Ausdrucksmöglichkeit bietet die Chance, dass Kinder alternative Möglichkeiten finden, sich mitzuteilen. Nicht umsonst heißt es, “ein Bild sagt mehr als 1000 Worte”. Wenn Kinder malen, basteln oder sonstwie schöpferisch tätig werden, verfügen sie über zusätzliche Kanäle, ihre Gefühle und ihr Erleben zu zeigen. Alternativ zu diesem kunstpädagogischen Ansatz wären auch ein musikpädagogischer oder ein theaterpädagogische Ansatz denkbar.

Interessant ist auch die Begründung für diese Ansatz-Kombination:

“Mit dem Schwinden natürlicher Bewegungsräume im häuslichen Umfeld der Kinder wird es vor allem im Kindergarten immer wichtiger, dem Spielen im Freien viel Raum zu geben, um unmittelbare körperlich-sinnliche Erfahrungen zu ermöglichen. “

Quelle: http://www.wald-und-wiesen.de/Info_Kita_Konzept_deutsch.html

Die Begründung will also einen Ausgleich schaffen und erhält damit einen kompensatorischen Charakter. Es geht also darum, einen Mangel auszugleichen, einem Defizit zu begegnen.

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Grafik: © http://www.wald-und-wiesen.de

Viele umwelt- und naturpädagogische Ansätze werden oft auch auch anders begründet. Einerseits wird der Naturpädagogik einen hohen Erlebniswert zu geschrieben. Kindern dürfe man nicht vorenthalten, die Natur mit eigenen Sinnen zu erleben. Hier taucht also ein erlebnispädagogisches Motiv auf, das Kinder miteinbeziehen will.

Eine andere Begründung ähnelt ein wenig der teleologischen Pädagogik der Aufklärung, die das hehre Ziel hatte, gleich eine ganze Menschengattung durch Vernunft und Moral zu verbessern. Über das Erleben der Natur soll also - um es ein wenig platt auszudrücken - eine zukünftige Generation von Baumliebhabern und Umweltschützern “produziert” werden. Möglicherweise handelt es sich auch eher um eine naturpädagogische Variante der Bindungstheorie? Auf jeden Fall geht es darum, irgendwie “bessere” Menschen zu erzielen, die in ein bestimmtes Verhältnis (zur Natur) gesetzt werden sollen. Ist nur die Frage, ob man nicht spätestens an diesem Punkt die Grenzen der Pädagogik überschreitet? Nun, das mag durchaus sein, doch eine Ausrichtung in die Zukunft ist, so denke ich, hier sicher nicht ganz verkehrt.

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

 P.s.:

Ein Paedblog-Beitrag, der Sie interessieren könnte:

http://paedblog.de/2009/04/07/das-kompetente-kind

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Anstehender Insektumweltpaednetblog-Umzug

Donnerstag, 06. November 2008

Nachdem ich bereits in diesem Weblog, aber auch im Jobcoachblog und im Paedblog viele Archiv-Einträge überarbeitet habe, hoffe ich, demnächst auch die Blogbeiträge des früheren Insektumweltpaednetblog ins Naturpaedblog übertragen zu können.

In Bälde

Silvio Ströver

158 Antworten zu “Weblog-Fusion in Kürze!”

Samstag, 27. September 2008

158 Antworten… Die Anzahl der bearbeiteten Blogbeiträge steigt und steigt… Mittlerweile wird nicht nur das Naturpaedblog, sondern auch das Paedblog und demnächst das Jobcoachblog aktualisiert.

Das bedeutet noch eine Menge Arbeit, aber in Kürze werden auch wieder gänzlich neue Blogbeiträge verfasst.

Bis dahin viele Grüße,

Silvio Ströver, Blogarchivar ;-)

Manueller Blogtransfer

Mittwoch, 27. August 2008

Wie bereits mehrfach erwähnt, werden diverse umweltpädagogische Blogbeiträge nach und nach hier in dieses neugegründete Naturpaedblog transferiert. Nach einigem Hin und Her habe ich mich nun für die bewährte manuelle Vorgehensweise (kopieren, einfügen, und diverse Fotos nachträglich nocheinmal hochladen, diverse Aktualisierungen und Korrekturen vornehmen…) entschieden, da

1. die Wordpress-Importfunktion leider nicht vernünftig klappt,

2. bei einem automatischen Import (wenn dies also möglich wäre!!!) es eh’ nicht erspart bleibt, diverse kleinere Korrekturen nachträglich “per Hand” vorzunehmen (z. B. die Linl-Aktualisierung, “Apostroph-” oder “Umlaut-Reparaturen” etc…).

Fazit:

Alle naturpädagogisch relevanten (älteren) Blogbeiträge werden nach und nach (weiterhin) hier eingefügt (Siehe auch: http://natur.paedblog.de/2008/07/22/weblog-fusion-in-kuerze), ebenso werde ich diverse sozialpädagogische und pädagogisch-therapeutische Blogbeiträge ins bewährte Paedblog aufnehmen.

Blogger-Gruß

Silvio Ströver

Weblog-Fusion in Kürze!

Dienstag, 22. Juli 2008

Ständig gibt es logischerweise neue Wordpress-Versionen und jedes Weblog will vernünftig gepflegt und auf den neuesten Stand gebracht werden. Um mir die Arbeit zukünftig zu erleichtern, habe ich beschlossen, das Umweltpaednetblog und das Insektumweltpaednetblog zu einem neuen Naturpaedblog: http://natur.paedblog.de zusammenzufassen.

Auch andere Weblogs (Therapaedblog, Relipaedblog, Sozialpaedblog) werden sich mehr oder weniger im bewährten Paedblog wiederfinden.

Lediglich das neue Jobcoachblog wird in seiner bisherigen Form weiterhin bestehen bleiben. Auch das interne Forum, das mal für den beruflichen Austausch von zig Kollegen eingerichtet wurde, bleibt erst einmal erhalten.

Das in aller Kürze

…und bis in Kürze,

Gruß,

Silvio Ströver